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Anrather für bessere Verkehrssituation an Hochbend- und Klein-Kollenburg-Straße

Anrath : Warten auf die Fahrradschleuse

Anwohner der Hochbend- und der Klein-Kollenburg-Straße in Anrath hoffen auf eine Verbesserung der Situation. Doch es tut sich nichts. Jetzt hoffen sie auf die nächste Sitzung des Planungsausschusses Ende August.

Allmählich werden die Anwohner der Hochbend- und der Klein-Kollenburg-Straße in Anrath ungeduldig. Vor zwei Wochen erst stieß in der Kurve, die die beiden Straßen verbindet, ein Auto mit einem Radfahrer zusammen, der dabei leicht verletzt wurde. Vor wenigen Tagen wäre es fast zu einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Lieferwagen gekommen. Die Autofahrerin habe noch in eine Garageneinfahrt ausweichen können, berichtet Anwohner Jürgen Kuenen, der die Szene vom Küchenfenster aus beobachtet hat. „Nicht auszudenken, wenn dort gerade jemand gestanden hätte.“

Seit drei Jahren kämpfen die Anlieger inzwischen um eine Verbesserung der Situation, doch getan hat sich bisher nichts. Jetzt ruhen ihre Hoffnungen auf der Sitzung des Planungsausschusses der Stadt am 25. August. Dann steht das Thema wieder auf der Tagesordnung. Anfang des Jahres hatten die Anwohner mehr als 80 Unterschriften gesammelt und einen Bürgerantrag gestellt. Ihr Ziel: Zumindest in der unübersichtlichen Kurve soll die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt werden. Weiterer Wunsch der Anlieger, aber nicht Teil des Bürgerantrags: Der Fahrradweg auf der Klein-Kollenburg-Straße, der auf einem Streifen neben dem Fußweg verläuft und plötzlich endet, soll eine Fahrradschleuse erhalten – ähnlich, wie es vor einigen Monaten an der Schottelstraße geschehen ist, nachdem dort eine 14-jährige Inline-Skaterin von einem Traktor überrollt und getötet worden war. Auch ihr Vater kämpft mit.

Der Radweg an der Klein-Kollenburg-Straße endet plötzlich. Foto: Marc Schütz

Optimistisch gestimmt hatten rund 30 Anwohner die März-Sitzung des Willicher Planungsausschusses verlassen. Zuständig für das Tempo-30-Schild in der Kurve sind zwar eigentlich nicht die Politiker, die im Planungsausschuss sitzen, sondern das Bürgermeisteramt. Doch die Ausschussmitglieder stimmten damals einstimmig dafür, die Angelegenheit mit einer hohen Priorität zu versehen, auf die besondere Gefahrensituation hinzuweisen und sich Bericht darüber erstatten zu lassen, wie das vierköpfige Gremium beim Bürgermeister entscheidet. Auch ins Thema „Fahrradschleuse“ kam Bewegung: Am 13. Juni hätten ihm Vertreter der CDU, an die sich die Anwohner gewandt hatten, mitgeteilt, dass dieses „Thema“ in den nächsten vier Wochen wohl abgeschlossen/umgesetzt sei, sagt Kuenen. Aber: Passiert ist immer noch nichts – und es wird wohl auch noch ein bisschen dauern.

Auf Nachfrage unserer Redaktion teilt Gregor Nachtwey, Technischer Beigeordneter der Stadt Willich, mit, dass momentan „die Honoraranfrage zur Vermessung des Teilbereichs Klein-Kollenburg-Straße vorbereitet“ werde. Auf dieser Basis werde dann geprüft, ob eine „richtlinienkonforme Planung für eine Fahrradschleuse durchgeführt werden kann oder die zur Verfügung stehenden Flächen nicht ausreichend sind und gegebenenfalls ein möglicher Flächenankauf möglich ist“. In der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 25. August sei dazu eine entsprechende Vorlage vorgesehen, so Nachtwey weiter. Auch das Thema „Tempo 30 in der Kurve“ werde dann behandelt.

Jürgen Kuenen hat dazu inzwischen auch mit dem Vorsitzenden des Ausschusses, Christian Pakusch, telefoniert. Kuenen ist nun zuversichtlich, dass es „in der August-Sitzung konkret wird. Wir verlassen uns darauf, dass die Zusagen umgesetzt werden“. Christian Pakusch betont auf Nachfrage unserer Redaktion: „Ich will die Fahrradschleuse da haben. Aber manchmal muss man eben Kompromisse suchen und fragen: Wenn es so nicht geht, wieso nicht anders?“ Aber er sei zuversichtlich: „Am 25. August wird es Butter bei die Fische geben.“