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Anrath: Keine Lichterfahrt mit dem Bürgerbus in diesem Jahr

Anrather Bürgerbusverein : Keine Lichterfahrt mit dem Bürgerbus

Die Lichterfahrten des Bürgerbusvereins Anrath fallen in diesem Jahr aus. Denn das Highlight, der Besuch im Haus der 100.000 Lichter, kann aufgrund der geltenden Corona-Schutzbestimmungen nicht stattfinden.

Zwölf ausgebuchte Lichterfahrten mit drei Bürgerbussen an zwei Tagen, das konnte der Bürgerbusverein Anrath in den vergangenen Jahren im Dezember immer wieder aufs Neue verkünden. Doch in diesem Jahr wird es keine Touren durch ein weihnachtlich geschmücktes Anrath inklusive der Außenbezirke geben. Der Bürgerbusverein hat die für den 12. und 13. Dezember geplanten Fahrten abgesagt.

„Wir können aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen unser Highlight der Fahrt, das Haus der 100.000 Lichter, nicht anbieten, und haben uns daher entschlossen, die Touren komplett abzusagen“, informiert Matthias Zeies, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Anrath. Jede der Fahrten endete am Haus der Familie Suren. Dort erwartete die Teilnehmer der Tour nicht nur ein fantastisch geschmücktes Haus samt Garten, sondern es wurde auch eingekehrt. Bei Punsch und Plätzchen konnten die Gäste die weihnachtliche Dekoration in aller Ruhe bewundern, bevor es mit den Bürgerbussen wieder zur Kirche am Anrather Markt als Start- und Endpunkt zurückging.

In diesem Jahr müssen die Bürger darauf verzichten. Nicht verzichten müssen sie aber auf den Bürgerbus Anrath. Der fährt seit Wochen wieder seine gewohnten Touren im altbekannten Rhythmus. Allerdings hat sich am Bus selbst einiges verändert. An der Tür informiert ein Schild darüber, dass der Bus nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung betreten werden darf und diese auch während der Fahrt zu tragen ist. Des Weiteren befindet sich der Fahrer hinter einer Kunststoffabtrennung, und wer den Bus betritt, dem fällt als erstes der schwarze, kontaktlos zu betätigende Desinfektionsspender auf. „Wir tun alles, um unsere Fahrgäste zu schützen“, betont Zeies.

War es am Anfang noch so, dass nur jeder zweite Sitz im Bürgerbus besetzt werden durfte, können nun wieder acht Personen mitfahren. Was die Mitfahrer nicht sehen: Wenn es einen Fahrerwechsel gibt, werden alle Kontaktflächen im Fahrerbereich desinfiziert, um auch die Fahrer untereinander zu schützen.

Doch trotz aller getroffenen Maßnahmen muss der Bürgerbusverein Anrath feststellen, dass der Bürgerbus nicht in seinem gewohnten Umfang genutzt wird. „Normalerweise haben wir pro Monat durchschnittlich 800 Passagiere. Im September waren es gerade einmal 509“, berichtet Zeies. Es ist dabei weniger die Sorge, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen. Dem Vorsitzenden wurde vielmehr zugetragen, dass gerade viele ältere Menschen nicht gerne mit einer Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs sind. Sie scheuen es, eine Maske zu tragen, aber ohne Maske dürfen sie den Bürgerbus nicht benutzen. Zeies hofft, dass die Bürgerbus-Benutzerzahlen wieder in den normalen Modus zurückkehren.

„Wir bieten mit dem Bürgerbus gerade Senioren ein Stück Selbstständigkeit. Sie kommen von A nach B und können zum Beispiel eigenständig einkaufen gehen. Wer vielleicht früher immer mit dem Rad einkaufen gefahren ist und das nun, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr kann, hat die Möglichkeit, mit dem Bürgerbus zu fahren“, sagt Zeies. Allein einer der beiden Discounter in Anrath wird im Halbstundentakt angefahren, da sich dort die Bürgerbusroute kreuzt. Die Kirche wird sogar dreimal in der Stunde angesteuert. Und falls jemand, der den Bürgerbus neu nutzen möchte, unsicher ist, so bietet der Verein die Option, sich für eine erste Fahrt anzumelden. Ein Vereinsmitglied fährt dann mit und erklärt alles. Es ist lediglich eine kurze Anmeldung beim Vorsitzenden unter Ruf 02156 3526 oder bei der Stadt Willich unter Ruf 02156 949269 (vormittags) nötig.

Worauf sich der Bürgerbusverein indes derzeit freut, ist das geplante Aufstellen von Sitzbänken. An insgesamt sechs stärker frequentierten Haltestellen des Bürgerbusses, die sich nicht in Nähe einer regulären Haltestelle befinden, werden kleine Ein- bis Zweisitzer-Bänke aufgestellt. Finanziert werden sie über Landesmittel.