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Andreas Päßler leitet das St.-Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn

Neuer Schulleiter in Schiefbahn : Von der ersten Minute an fördern und fordern

Bislang war Andreas Päßler ihr Stellvertreter, nun tritt der 51-Jährige die Nachfolge von Schulleiterin Margret Peters am St.-Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn an, die in den Ruhestand gegangen ist.

Viele Prozesse am St.-Bernhard-Gymnasium hat Andreas Päßler schon zusammen mit Margret Peters angestoßen und umgesetzt. Schulleiterin und stellvertretender Schulleiter waren ein gutes Team. Nun steht der gebürtige Willicher mit dem Schuljahr 2020/21 an der Spitze des Gymnasiums, das sich in Trägerschaft der Malteser befindet.

„Mit der Schulleitung habe ich eine neue Brille aufgesetzt. Auch wenn ich die Schule gut kenne, so hat sich der Blickwinkel jetzt verändert. Ich bin nicht nur in ein neues Zimmer umgezogen, sondern trage auch eine neue Verantwortung“, sagt Päßler.

Er freut sich auf seine neue Aufgabe, auch wenn die aktuelle Zeit bedingt durch die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung darstellt. Mit schwierigen und ungewöhnlichen Situationen umgehen, darin ist der 51-Jährige geübt. Schon seine erste Stelle als Lehrer stellte hohe Anforderungen an den frisch aus dem Studium kommenden jungen Mann.

„Ich habe an einer Brennpunktschule im Ruhrgebiet gearbeitet. Das war eine mehr als nur lehrreiche Erfahrung, die den Pädagogen als Ganzes gefordert hat. Damals habe ich gelernt, wie wichtig Netzwerkarbeit und eine gute Zusammenarbeit mit externen Fachkräften ist“, erinnert sich Päßler.

Den Wunsch, Lehrer zu werden, hatte Päßler schon immer. Als Jugendlicher begleitete er Jugendfreizeiten und merkte früh, dass ihm die Arbeit mit Kindern und anderen Jugendlichen lag. „Es war mein Plan A, Lehrer zu werden. Einen Plan B gab es nicht“, sagt er. In Willich geboren, in Neuss aufgewachsen, wo er auch das Abitur ablegte, folgte die Bundeswehrzeit beim Heeresmusikkorps Hamburg vor dem Hintergrund, dass er schon seit dem elften Lebensjahr Fagott spielt.

Der Bundeswehr schloss sich das Lehramtsstudium mit den Fächern Biologie und Deutsch in Köln sowie das Referendariat in Bochum an. Nach der Brennpunktschule ging es an eine Gesamtschule im Duisburger Norden, an der Päßler sechs Jahre blieb. Eine Zeit, die er ebenfalls nicht missen möchte. „Die Gesamt­schule fuhr ein offenes System mit einer wirklich guten Teamstruktur. Die Zusammenarbeit war enorm gut. Ich habe dort auf der ganzen Linie erfahren, welche tollen Leistungen Schüler mit positiver und bestärkender Ansprache erbringen können“, sagt Päßler.

Der Neusser hatte allerdings immer einen Wunsch: ein Auslandsaufenthalt an einer deutschen Schule. Dieser wurde von 2006 bis 2011 Realität. Der Neusser lebte mit seiner Familie in Thessaloniki und unterrichtete an einer deutschen Schule, die von einem Drittel deutscher Kinder und zwei Dritteln griechischer Kinder besucht wurde.

Altgriechisch hatte der Neusser an der Uni gelernt. Neugriechisch gab es vor dem Umzug nach Griechenland ein halbes Jahr von einer Privatlehrerin. „Damals habe ich mich wieder wie ein Schüler gefühlt. Neben Arbeit und Familie musste ich Vokabeln und Grammatik lernen. Wenn es mal mit den Vorbereitungen für meinen Griechischunterricht nicht klappte und ich Vokabeln nicht gelernt hatte, machte sich das schlechte Gewissen breit, wie früher in der Schule“, erzählt Päßler. Schon in Griechenland arbeitete er eng mit der dortigen Schulleitung zusammen und stellte fest, wie viel Freude es ihm machte, Konzepte zu entwickeln, sie umzusetzen und zu sehen, wie sie mitgetragen wurden und bei Schülern sowie Lehrern ankamen. Wieder in Deutschland ging es für drei Jahre am Grevenbroicher Pascal-Gymnasium weiter.

Dann lockte das St.-Bernhard-Gymnasium mit der Stelle des stellvertretenden Schulleiters. 2014 startete der Neusser in Schiefbahn, um nun die Nachfolge von Peters anzutreten. „Mit ist es wichtig, gemeinsam Schule weiter zu entwickeln“, betont Päßler. Dem neuen Schulleiter liegt es am Herzen, alle Schüler mitzunehmen. Von der ersten Minute am Gymnasium an will er fördern und fordern.

Das soziale Miteinander und die Partizipation sind ihm wichtig. Päßler legt großen Wert darauf, dass die Defizite, die durch die Corona-Krise entstanden sind, ausgeglichen werden. Gerade in Mathe und Englisch gelte es in den Stufen sechs und sieben, Lücken zu schließen, da hier die Basis für die Fremdsprache und die Grundlagen für den weiteren mathematischen Aufbau gelegt würden. Der Aufbau von G9 dem Ganztag entsprechend, der Einbau von Digitalisierung in den Schulalltag – Projekte gibt es reichlich.