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Am Wochenende feierte die St.-Konrad-Schützengilde am Grenzweg ihr Schützenfest.

St.-Konrad-Schützengilde Grenzweg : Gelungenes Schützenfest ohne König

Am Wochenende feierte die St.-Konrad-Schützengilde am Grenzweg ihr Schützenfest. Am Montag geht es mit besonderen Wasserspielen weiter, denn die traditionelle Burgstürmung muss wegen des fehlenden Königs ausfallen.

Auch ohne eigenen großen König feierte bislang die St.-Konrad-Schützengilde des Grenzweges ein schönes Heimatfest. Präsident Jürgen Latzke strahlte am Sonntag über das große Interesse auch aus den umliegenden Orten. Eigentlich hat die Gilde nur etwa 120 aktive Mitglieder. Zählt man die Musiker und die befreundeten Bruderschaft und Gesellschaften dazu, dürften es über 450 Personen gewesen ein, die am Sonntag den Festzug bildeten und sich zur Parade in der Nähe des selbst errichteten Vereinsheimes trafen.

 Im Rahmen des Schützenfestes der St.-Konrad-Schützengilde wurden auch zahlreiche verdiente Mitglieder geehrt.
Im Rahmen des Schützenfestes der St.-Konrad-Schützengilde wurden auch zahlreiche verdiente Mitglieder geehrt. Foto: Schützengilde

Mucksmäuschenstill wurde es, als vom Viersener Tambourcorps und vom Orchester „Rheinklang“ der Große Zapfenstreich gespielt wurde.Ohne König, dafür aber mit zwei Prinzen: Steffen Gillessen und Oliver Reiners waren in diesem Jahr der Jungschützen- beziehungsweise Schülerprinz der Gilde geworden. Und es gab einen „Veteranen“, der sich seit Langem „Gildekaiser“ nennen darf: Der heute 78-jährige Kurt Manns war 1971, 1985 und 2008 der König am Grenzweg gewesen. Er hoffte natürlich, dass sich beim nächsten Königsvogelschießen im September ein neuer Würdenträger für das kommende Jahr findet.

1958 hatte sich die Gilde gegründet. Männer der ersten Stunde waren unter anderem Kurt Manns, Detlev Mersmann, Josef Klonisch, Josef Göttgens und der heute 93-jährige Karl Ingenrieth gewesen. Nachwuchs ist vorhanden, so die Tellschützen oder die „Zaubermäuse“.

Sogar aus Brempt gratulierten Schützen zum Jubiläum. Wie übrigens ferner Grünröcke von St. Josef und St. Gereon aus Viersen. Letztere gründeten für die turbulenten Tage sogar eine eigene „Botschaft“ entlang der Niers.

Aktiv waren bislang sogar einige weibliche Formationen. So sammelten die „Nierstal Blumen“ gemeinsam mit den „Buure“ im Festzelt für das Don-Bosco-Kinderheim in Viersen-Helenabrunn und für die Deutsche Leukämie-Hilfe. Damit hatte bereits der Vorjahreskönig René Recken angefangen und durch Spenden jeweils 1000 Euro an die beiden Einrichtungen weitergegeben.

Stark war die Stimmung im Festzelt. Bereits am Freitag beim Jungschützenball begrüßte der gildeeigene DJ Alexander Kiensele über 250 Besucher. Etwa doppelt so viele waren es am Tag darauf beim Schützenball. Feiern können die Frauen natürlich ebenso. So war von der Schützenbruderschaft Viersen-Rahser eine weibliche Formation dabei. Sie nannte sich die „Knickaugen“; auf dem Rücken ihrer T-Shirts stand, was zählt: „Der Klügere kippt noch einen nach …“

„Jetzt bist du fällig.“ Mit diesen Worten bat beim musikalischen Frühschoppen Bezirksbundesmeister Hans-Willi Pergens den 1. Gildemeister Guido Meskes auf die Bühne. Meskes erhielt für sein großes Engagement bei der Gilde aber auch als Küster der St.-Konrad-Kapelle das selten verliehene St.-Sebastianus-Ehrenkreuz. Sogar Präsident Jürgen Latzke hatte Tränen in den Augen, als sein Freund Guido Meskes diese Auszeichnung bekam.

Leider muss am heutigen Montag zu Wasser der Kampf um die Königsburg ausfallen, da es nun einmal keine gibt. Stattdessen hat man sich ab 14 Uhr besondere Wasserspiele in der Niers ausgedacht.