Am "Schwarzen" Pfuhl in Neersen soll ein neues Baugebiet entstehen.

Planungsausschuss : Ein neues Baugebiet in Neersen

Neben der Erweiterung des Neubaugebiets „Am Bruch“ wurden im Planungsausschuss jetzt auch die Grundlagen für ein neues Bau-Areal „Am Schwarzen Pfuhl“ geschaffen.

Baugrundstücke sind in der Stadt Willich heiß begehrt, aber ein knappes Gut. Wenn denn mal ein neues Baugebiet ausgewiesen wird, ist das meist mit großem Aufhebens verbunden – siehe „Schiefbahner Dreieck“ oder Fontanestraße in Schiefbahn. In Neersen wird es nun zwei Neubaugebiete geben: die Erweiterung „Am Bruch“ und eines am Schwarzen Pfuhl. Während die Planung für Ersteres schon recht weit gediehen sind, sind für Zweiteres in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses nun die Grundlagen geschaffen worden.

Die Erweiterung des Baugebiets „Am Bruch“ soll über die Nell-Breuning-Straße und die Bengdbruchstraße erschlossen werden. Foto: Marc Schütz

Das Gelände befindet sich auf beiden Seiten der Hauptstraße, von „Am Schwarzen Pfuhl“ bis zum Eickerweg beziehungsweise bis zum Vinhovenplatz, und ist größtenteils im Besitz der städtischen Grundstücksgesellschaft GSG, wie Christian Pakusch, Planungsausschuss-Vorsitzender und Aufsichtsrats-Vorsitzender der GSG, auf Nachfrage mitteilt. Die Politik sorgte nun erst einmal einstimmig dafür, dass der bisherige Außenbereich, in dem nicht gebaut werden darf, in die „im Zusammenhang bebauten Ortsteile“ einbezogen wird – die Grundlage dafür, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden kann. Bis die Bagger anrollen, werden allerdings noch einige Jahre vergehen: „Wenn alles gut geht, 2020 bis 2022“, sagt Pakusch.

Wie das Baugebiet einmal konkret aussehen wird, lässt sich noch nicht sagen, wahrscheinlich ist allerdings, dass auf dem Grundstück neben der Tankstelle auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Einfamilienhäuser wird es vermutlich auf der anderen Seite geben – „denn neben die Kapelle Klein Jerusalem kann man keinen großen Kasten setzen“, sagt Pakusch. Rücksicht genommen werden soll auch auf jeden Fall auf die Schützen: „Das Schützenfest soll nicht in Gefahr gebracht werden. Wenn sich für die Schützen etwas ändern sollte, dann auf jeden Fall zum Besseren“, betont Pakusch. Fehler der Vergangenheit dürften und würden sich nicht wiederholen – Stichwort „Wahlefeldsaal“, wo es Probleme mit Anwohnern gegeben hatte.

Viel konkreter sind hingegen die Planungen der Erweiterung des Baugebiets „Am Bruch“, wobei es in der jüngsten Sitzung schwerpunktmäßig um die Frage ging, ob dort Mehrfamilienhäuser gebaut werden sollen oder nicht. Die CDU stimmte dagegen, unterlag aber mit einer Stimme den Fraktionen SPD, Grünen, FDP und Für Willich, die sich vehement für Geschosswohnungsbau aussprachen. Sascha Faßbender (CDU), sagte, das Baugebiet sei zu weit vom Ortszentrum entfernt, daher gebe es mehr Bedarf an Grundstücken für Einfamilienhäuser. Vor allem Parteikollege Heinz Amfaldern ließ eine Abneigung gegen Mehrfamilienhäuser vermuten und plädierte eindringlich dafür, diese doch lieber in den bestehenden Baulücken zu errichten. Zudem gebe es „Am Bruch“ ja schon „die ganzen Flüchtlingshäuser“.

Dem wollten sich die anderen Fraktionen aber nicht anschließen. Karl-Heinz Koch machte deutlich, dass man auch Geschosswohnungsbau in ansprechender Architekut und guter Qualität, womöglich als Eigentumswohnungen, errichten könne. Und Christian Winterbach (Grüne) widersprach dem Argument, das Gebiet befinde sich zu weit vom Orstkern entfernt: „So groß ist Neersen erstens nicht, und zweitens ist Geschosswohnungsbau nicht nur etwas für Gebrechliche.“

Erschlossen wird das Neubaugebiet übrigens über die Nell-Breuning-Straße und die Bengdbruchstraße.