Stadt Willich: "Am Bruch": Anwohner fürchten Chaos

Stadt Willich : "Am Bruch": Anwohner fürchten Chaos

Die bauliche Erweiterung "Am Bruch" löst bei den Neersenern Sorgen über zu hohes Verkehrsaufkommen aus. Die geplante Anbindung des neuen Baugebietes stand jetzt bei der ersten Anhörung im Mittelpunkt.

Mehr als 30 Besucher hatten sich zum ersten Darlegungs- und Anhörungstermin zu den geplanten Baumaßnahmen "Am Bruch" in Neersen im Technischen Rathaus eingefunden. Sie verfolgten aufmerksam die Ausführungen von Thomas Scholemann und seinem Team aus dem Geschäftsbereich Stadtplanung. Bei dem Neubaugebiet handelt es sich um eine 2,3 Hektar große Fläche, die bislang landwirtschaftlich genutzt wird. Eingerahmt wird sie von der Bengdbruchstraße, "Am Bruch" und der Nell-Breuning-Straße. Im Norden schließt sich ein Damwildgehege an. Derzeit prägt noch eine Hofanlage den Bereich, wobei diese im Rahmen der Maßnahmen abgerissen werden soll. Mit drei Reihenhäusern und einem Doppelhaus für Flüchtlinge und Asylbewerber hat bereits eine aktuelle Bebauung ihren Anfang genommen. Es sollen nun weitere Wohneinheiten folgen, wobei es drei Varianten für die bauliche Gestaltung gibt.

Eine erste Version sieht 45 Wohneinheiten vor, bei denen es sich überwiegend um Doppelhaushälften handelt. Die Grundstückgrößen sollen zwischen 260 und 850 Quadratmetern liegen. Wobei in dieser Variante auch der Bau von ein oder zwei Mehrfamilienhäusern vorgesehen ist. Es wird von altersgerechtem Geschosswohnungsbau gesprochen. Nummer zwei sieht 29 Wohneinheiten, überwiegend Einzelhäuser, vor. Hier bewegen sich die Grundstücksgrößen zwischen 300 und 850 Quadratmetern. Von 27 Wohneinheiten, ebenfalls auf Einzelhäuser konzentriert, spricht Plan Nummer drei. Die kleinste Grundstückgröße startet bei 430 Quadratmeter. Das Ende liegt bei 900 Quadratmetern.

Für das Baugebiet sind zudem im Norden ein 1,90 Meter hoher Grünwall und eine Obstbaumwiese in der Planung. Die Erschließung des neuen Baugebietes soll von der Bengdbruchstraße und der Nell-Breuning-Straße aus erfolgen. Und genau das machte den Teilnehmern der Veranstaltung Sorge. Die Bürger gehen von einem erheblichen Anstieg des Verkehrs aus. "Ich halte eine Ausfahrt einer neuen Straße gegenüber der Kita an der Bengdbruchstraße für die schlechteste Lösung, die es gibt. Vor der Kita herrschen schon heute chaotische Zustände, da nahezu alle Kinder mit dem Wagen gebracht werden. Es sollte zunächst einmal für ausreichende Parkplätze vor der Kita gesorgt werden, bevor sich das Verkehrsaufkommen dort durch eine Zufahrt aus einem neuen Baugebiet weiter erhöht", wandte ein Bürger ein. Andere sprachen generell von "gemeingefährlichen Zuständen" auf den Neersener Straßen wie unter anderem auf der Kirchhof-, der Virmond- und der Hauptstraße. Die Ausfahrt am eigenen Haus an diesen Straßen zu Stoßzeiten zu verlassen, dauere minutenlang, und der Weg aus Neersen heraus nehme viel Zeit in Anspruch. "Wir sind quasi gezwungen unsere Kinder mit dem Auto zur Kita oder Schule zu bringen, weil es so gefährlich ist", bemerkte eine Neersenerin, die damit allerdings selbst zum hohen und oftmals unnötigen Verkehrsaufkommen beiträgt.

Von Seiten der Stadtplanung sprach man von einem überschaubaren Baugebiet. Es werde nicht viel passieren, lautete der städtische Tenor mit Blick auf das Verkehrsaufkommen. Zudem wurde daran erinnert, dass es zum größten Teil die Neersener selbst seien, die für diese Zustände verantwortlich sind.

Ein anderer Einwand betraf den Bau der geplanten Mehrfamilienhäuser mit altersgerechten Geschosswohnungen. "So viele Leute gibt es gar nicht, die in Neersen eine Wohnung suchen. Die Rückläufe sind stark. Wir haben über 600 Einwohner verloren", sagte ein Teilnehmer der Veranstaltung. Er plädierte für die Varianten mit mehr einzelnen Bauplätzen, um gerade junge Familien mit Kindern anzusprechen. Die Stadt nahm alle Anregungen und Bedenken für die weitere Planung "Am Bruch" auf. Wobei Bürger weiterhin die Gelegenheit haben, ihre Einwände anzubringen.

(tref)
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