Stadt Willich: Ärger um Alleenradweg

Stadt Willich: Ärger um Alleenradweg

Für den Bau des Radwegs fehlen der Stadt Willich 161 000 Euro. Diese überplanmäßige Ausgabe genehmigte der Planungsausschuss nach längerer Diskussion. Die Mehrkosten seien nicht nachvollziehbar, kritisierten die Politiker.

Der von der Stadt Willich geplante Bau des Alleenradwegs auf der alten Eisenbahnstrecke zwischen Krefeld und Mönchengladbach kommt nach wie vor nicht so recht voran. Die Planungen für den rund sieben Kilometer langen und asphaltierten Radweg laufen seit einigen Jahren. Parallel dazu wurden der Bewuchs entlang der Strecke gerodet und die alten Schienen entfernt.

Die Verwaltung möchte nun die Arbeiten gerne ausschreiben, um im kommenden Frühjahr mit dem Bau beginnen zu können. Das Problem: Es fehlt noch Geld, genauer 161 000 Euro.

Mit Vorlage schwer getan

Über diese überplanmäßige Ausgabe sollte jetzt der Planungsausschuss der Stadt Willich entscheiden. Und die Mitglieder taten das erst nach längerer Diskussion und bei zwei Enthaltungen einstimmig. "Wir haben uns mit der Vorlage sehr schwer getan", sagte Dr. Paul Schrömbges, Obmann der CDU im Planungsausschuss. Zum einen sei nicht zu erkennen, wodurch die Mehrkosten entstanden seien. Und zum anderen sei die von der Verwaltung vorgeschlagene Kostendeckung nicht nachvollziehbar.

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Die Technische Beigeordnete Martina Stall konnte nur bedingt für Aufklärung sorgen. Worin die Mehrkosten im Detail begründet sind, vermochte sie den Politikern im Ausschuss nicht zu sagen. Die Deckung der Kosten soll unter anderem mit Mitteln für die Anrather Ortskernsanierung erfolgen. Diese Mittel würden erst 2013 fällig und dann im Haushalt neu angemeldet. Artur Dahmen, sachkundiger Bürger für die CDU, ließ sich zusichern, dass das Geld — immerhin 100 000 Euro — auch wirklich für die Maßnahmen in Anrath wieder zur Verfügung gestellt wird.

Dass die dann noch fehlenden 61 000 Euro aus freien Mitteln kommen sollen, wie es in der Vorlage der Verwaltung hieß, verwunderte die Politiker. Es könne nicht sein, dass Mehrkosten anfallen und sich dann plötzlich im Haushalt irgendwo noch zur Verfügung stehende Mittel finden, kritisierten die Fraktionen unisono. "Ich kann nicht erkennen, dass von Seiten der Verwaltung versucht wurde, kostensenkende Maßnahmen zu treffen", monierte Schrömbges.

Die Genehmigung der überplanmäßigen Ausgabe erfolgte letztlich nur, weil sich der Ausschuss zusichern ließ, dass er die Ausschreibungsergebnisse vorgelegt bekommt. "Wir wollen das Projekt nicht kaputt machen", stellte Schrömbges klar. "Aber es ist unsere Pflicht als Politiker, nachhaltige Entscheidungen zu treffen." Vom Ausschussvorsitzenden Fritz-Joachim Kock (SPD) kam der Appell an die Technische Beigeordnete, schon vor der Ausschreibung bei den Kosten noch abzuspecken. "Ihr spitzer Bleistift in allen Ehren, aber da müssen sie noch mal ran."

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(RP/rl)
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