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Stadt Willich: "Ach Blenge": Mac Willy kam mit der Feuerkeule

Stadt Willich : "Ach Blenge": Mac Willy kam mit der Feuerkeule

Dagmar Faßbender, die seit etwa 15 Jahren die Kostümsitzung der "Aach Blenge" organisiert, hatte sich erst einmal ein buntes Kostüm übergezogen. Sie war leicht erkältet. Ihr Zustand verbesserte sich zusehends. Zumal die Vollblut-Karnevalistin in der ausverkauften Josefshalle nahezu ihre ganze Familie dabei hatte. So saß ihre Mutter im Publikum, kümmerte sich Schwester Gudrun Behrendt um das Wohlergehen des Elfer-Rates, in dem ihr Ehemann Ralf erneut als Sitzungspräsident das Zepter schwang.

Leichte Schnappatmung bekam sie nur am frühen Abend des Sitzungstages. Per Handy teilte Artist und Jongleur Jens Ohle mit, dass sein Wagen einen platten Reifen hatte. Der Hamburger wartete in der Nähe von Bochum auf den ADAC. Er schaffte den Auftritt auf die letzte Minute und hantierte auf der Leiter und mit seinen vier Keulen oder fünf Bällen, als wäre es ein Kinderspiel. Er bekam Hilfe aus Reihen der Jecken. Ober-Schotte und Kämmerer "Mac Willy" (Willy Kerbusch) schmiss ihm die Feuerkeulen zu. Eine weitere Assistentin war Deborah (20), die vor zwei Wochen ihren Fabian geheiratet hatte, den Sohn des "Aach Blenge"-Vorsitzenden Frank Klingen.

Aber auch andere Familienmitglieder sorgten für den richtigen Ton und für die Technik, so Vater Jochen und Sohn Stefan Peschel. Einmal mehr waren viele Kostüme sehr originell und mehr als nur einen Hingucker wert. So steckten hübsche Blondinen im hautengen und ledernen Mäuse-Kostüm, aus anderen wurden Küken in Flanell, Könige, Wikinger oder nachtaktive Fledermäuse.

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Es wurde nicht nur jeck gelabert, so von den Comedians Dittmar Bachmann und Jörg Hammerschmitt, sondern sich auch richtig bewegt. Vor allem, als Standarten-Träger André Schuster die Schiefbahner Gesellschaft "Torfmöps" mit ihrer Jisskes-Tanzgarde in die Josefshalle brachte. Oben auf der Bühne animierte Torfmöps-Sitzungspräsident Rainer Füsgen die Narren, zur entsprechend fetzigen Musik alle Gliedmaßen ordentlich zu schütteln.

Schwung ins närrische Groß-Abteil brachten ferner die Willicher Prinzengarde mit dem Ex-Prinzen der Session 2016/17, Uwe Arndt. Somit war zumindest ein richtiger Prinz im Saal, denn Tollitäten gibt es diesmal in der Stadt Willich nicht.

Die richtigen Tön trafen ferner die Krefelder Band "Die Rhienstädter" sowie die Show-Formation "Die Mennekrather". Die Band aus Kerpen kam aufgrund einer Panne auf der Autobahn etwas verspätet, was der Stimmung aber keinen Abbruch hat. Wenige Stunden später war Dagmar Faßbender wieder in anderer Mission unterwegs. Aus ihr war unter anderem im Anrather Karnevalszug im Mississippi-Dampfer der "Aach Blenge" eine wohlhabende "Grande Dame" geworden.

(wsc)