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2019 feiert der DJK/VfL Willich sein 100-jähriges Bestehen

Jubiläum : Vor 99 Jahren fing alles an

2019 feiert der DJK/VfL Willich sein 100-jähriges Bestehen. Startschuss für das Jubiläum ist aber schon am 10. November.

Auch wenn Vater Jakob Frantzen noch so widersprach (er war damals Vorsitzender des VfL Willich), erfüllte er seinem Sohn Helmut an dessen 13. Geburtstag schließlich doch den größten Wunsch: in den DJK Blau-Gelb Willich, also in den katholischen Verein „Deutsche Jugendkraft“, einzutreten und dort vor allem Tischtennis zu spielen. Das war im Jahr 1961. Sechs Jahre später fusionierten die beiden Vereine. Helmut Frantzen, heute 70 Jahre alt, übernahm 1989 den Vorsitz und führt den DJK/VfL Willich 2019 durch das Jahr des hundertjährigen Bestehens.

Seinen Ursprung hat der Mehrspartenverein mit seinen heutzutage 13 Abteilungen und rund 2300 Aktiven nämlich bereits 1919. Aus dem Vorläufer des VfL gründete sich im August 1919 im damaligen Casino der Willicher „Verein für Rasensport“. Junge Fußballer und Leichtathleten fanden sich zusammen. Das erste Fußballspiel gegen „Athen St. Tönis“ gewannen sie 6:0. Der erste Vorsitzende hieß Eugen Nordmann, sein Vertreter war Johann Thorissen.

In loser Folge wird die Rheinische Post über die Geschichte des Vereins berichten, der lange Zeit der größte Sportverein in der Stadt Willich war, mittlerweile aber vom TV Schiefbahn abgelöst wurde.

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Obwohl das Jubiläum erst ab Januar 2019 mit einer Fülle von Aktionen (siehe Info) richtig beginnt, wird der runde Geburtstag bereits am Samstag, 10. November, eingeläutet: Dann nämlich startet die Fußballabteilung im Rewe-Markt an der Brauereistraße um 10 Uhr eine große zehnwöchige Sticker-Aktion. „Dann gibt es Alben, und es können Sticker gesammelt, getauscht und eingeklebt werden“, sagt Jugend-Geschäftsführer Willi Maas. Größtenteils mit den Fotos aller über 500 DJK/VfL-Spieler, die derzeit in den fünf Seniorenteams und den 20 Jugendmannschaften dem runden Leder nachjagen.

Die Frantzens sind seit Langem eng mit diesem Verein verknüpft. Der 1994 verstorbene Jakob Frantzen, zuletzt Rektor an der Knaben-Volksschule und späteren Kolpingschule, führte den damaligen VfL und den späteren Fusionsverein DJK/VfL von 1959 bis zum Stabwechsel an seinen Sohn im Jahr 1989. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Helmut Frantzen bereits über zwei Jahrzehnte lang als Abteilungsleiter gearbeitet, sorgte vor allem für einen Boom in der von ihm aufgebauten Tischtennis-Abteilung. Außerdem war der heute 70-Jährige vier Jahrzehnte lang im Vorstand des Stadtsportverbandes für die Hallenverteilung in allen Willicher Sporthallen zuständig; diese Aufgabe hat vor wenigen Monaten Thomas Niehaus (Neersener Turnerbund) übernommen.

„Früher war der Verein neben Schule und Beruf eine Art soziale Keimzelle, wurde die Geselligkeit großgeschrieben, gab es dieses Anspruchsdenken nicht“, beschreibt Helmut Frantzen gravierende Veränderungen. „Heutzutage sehen viele den Verein nur noch als reines Service-Unternehmen, haben zum Beispiel die Eltern konkrete Vorstellungen, welcher Trainer es für den Sohn sein soll, in welcher Mannschaft er besser aufgehoben ist.“ Obgleich dem DJK/VfL rund 1000 Kinder und Jugendliche angehören, ist auch bei diesem Verein die Zahl durch die Ganztagsbetreuung an den Schulen zurückgegangen.

Dennoch ist der DJK/VfL für viele ein zweites Zuhause geblieben. Breiten-, Leistungs- und Gesundheitssport sind in den vielen Abteilungen möglich, angefangen beim Badminton bis zum Volleyball, vom Tanzen bis zum Rugby oder Trampolinturnen. Mehr als 100 Helfer kümmern sich. Und es gibt zahlreiche Ehrenamtler, die dies seit Jahrzehnten tun – beispielsweise Toni Hops (78), Helmut Goedhart (75), Adolf Kleinen (80) oder Wolfgang Nikolai, der am 20. November 80 Jahre alt wird, unzählige Jahre die Erste Mannschaft der Fußballer betreute und der sogar auf der kleinen Tribüne im Sportzentrum einen grün-gelben Ehrenplatz bekommen hat.

Helmut Frantzen will nach dem Jubiläumsjahr wahrscheinlich 2020 als Vorsitzender aufhören. Er hofft, dass es bis dahin zur geplanten Fusion mit dem Willicher Turnverein kommt. Frantzen möchte dann aber doch nicht ganz Schluss machen: „Ich möchte auf jeden Fall im Rentner-Reparations-Team, das sich um das Vereinsheim kümmert, weiter mit anpacken.“