Zwei Häuser für Freiheit und Toleranz

Dingden/Drevenack : Zwei Häuser für Freiheit und Toleranz

Ein Projekt bringt deutsche und niederländische Museen sowie Schüler zusammen. Das Otto-Pankok-Museum Drevenack und das Humberghaus Dingden sind mit dabei.

(P. H.) Familie Pankok hatte immer ein offenes Haus für alle und das soll auch in Zukunft so bleiben. Einen großen Beitrag dazu leistet ein grenzüberschreitendes Projekt, an dem drei Museen beteiligt sind: neben dem Otto-Pankok-Museum in Drevenack ist es das Humberghaus in Hamminkeln-Dingden und das Nationaal Onderduikmuseum (Nationales Untertauchmuseum) in Aalten kurz hinter Bocholt. Unterstützt wird es von der Euregio Rhein-Waal.

Dabei geht es unter dem Titel „Unterwegs“ vor allem darum, junge Menschen aus der Grenzregion zueinander zu bringen. Ihnen sollen die Brücken zum internationalen Denken im Sinne des Leitmotivs „Freiheit, Toleranz, (Mit-)Menschlichkeit“ aufgezeigt werden. Dazu sollen Texte, Malereien und Skulpturen entstehen und freundschaftliche Beziehungen vertieft werden, „nach gemeinsam erlebter düsterer Geschichte in unterschiedlichen Lagern“. Am Ende stehen zum Beispiel Ausstellungen in den jeweiligen Häusern und die Aufforderung an weitere junge Leute, sich auf einer Internetplattform selbst kreativ zu versuchen. Damit vernetzen sich die drei Museen zum Austausch und leisten einen Beitrag zum europäischen Gedanken.

Vier Schulen wirken an dem deutsch-niederländischen Projekt mit, das mit den drei Museen bereits seit 2016 läuft: Neben der Städtischen Gesamtschule Hamminkeln sind es das Gymnasium in den Filder Benden in Moers, das Over Betuwe College in Bemmel und eine Schule aus Doetinchem. Am Ende soll ein reflektierteres Geschichtsbewusstsein stehen inklusive Transfer in die Gegenwart vor dem Hintergrund von Migration und Mobilität.

Schirmherrin des Projekts ist die Ambassadrice (Euregio-Botschafterin) Regina Schneider aus Xanten, der die Leiterin des Otto-Pankok-Museums, Annette Burger, besonders dankt. Schon jetzt freut sie sich auf die nächste Begegnung, die zwischen den Schulen im niederländischen Doetinchem und im deutschen Moers im Drevenacker Museum voraussichtlich im Juni sein wird.

Auch das Humberghaus in Dingden macht bei dem Projekt mit. Dritter Partner ist ein Museum in Aalten. Foto: Malz, Ekkehart (ema)

Auf diese Art und Weise sollen sich hartnäckig haltende Vorurteile und stereotype Ansichten zwischen Deutschen und Niederländern nicht länger weitergegeben werden. Auch Tendenzen zu verstärktem nationalistischen Verhalten sind ein Grund dafür, hier aktiv zu werden - mit Transparenz, Aufklärung und kulturhistorischer Bildung. Beide Häuser sollen hier mitwirken.

(P. H.)