Wesel: Zur Erinnerung an Heinrich Brincks

Wesel: Zur Erinnerung an Heinrich Brincks

Die Nachricht vom Tod des Weseler Originals Heinrich Brincks hat viele in Wesel überrascht. Nur zwei Tage, nachdem er beim Weseler Kolpingkarneval geehrt worden war, verstarb der Karnevalist Brincks im Alter von 88 Jahren.

Am Dienstag wird er beerdigt. Die Familie hat sich entschieden, im Kolpinghaus die Karnevals-Luftschlangen hängenzulassen - weil sich Heinrich Brincks über Luftschlangen und Frohsinn gefreut hätte. In Erinnerung an Brincks drucken wir hier Teile einer kleinen Karnevalsrede, die er unserer Redaktion 2015 geschickt hatte. Das Foto oben zeigt ihn als jungen Mann Anfang der 50er auf der Baustelle des Wasserturms an der Brandstraße.

"Karneval ist immer laut, weil man auf die Pauke haut/Zu Karneval gehört singen, lachen, lustige Büttenreden machen/ Auch der Rosenmontagszug, immer hohe Wellen schlug / Zog er mitten durch die Stadt, allen Freud bereitet hat / Dabei spielt dann die Musik und man tanzt vor und zurück / Eines ist nie abzustellen, die Kinder rufen Karamellen / Bunter Trubel, Heiterkeit, so war es bis jetzt in der Karnevalszeit / Man denkt auch auf jeden Fall, an Sitzungen in der Niederrheinhall / Wohin wir zum Feiern gehen, nä, wat war dat immer schön / Und natürlich is et laut, wird dies demnächst abgebaut? / In der Presse konnt man lesen, Karneval war zu laut gewesen / Bedenket, jeder laute Ton, der erzeugt gewisse Phon / Man sollt den Menschen Ruhe gönnen, dass sie gemütlich gammeln können / Karnevalisten sind ungescheit, geht es um die neue Zeit / Manche haben nun mal eine Meise, wünschens immer stickum leise / Beim Fest vom Eselordensritter, seid nicht so laut wie ein Gewitter / Begnügt euch mit getragenem Singen, Musik braucht auch nicht laut zu klingen / Bei Blockflöte und Mundharmonika, klagt keiner, dass es zu heftig war / Wobei wär das wirklich fein, blendet man englisches Liedgut mit ein / Daran haben wir uns doch so gewöhnt, weil dies so ein Fest doch sehr verschönt? / Fahr auch zum Fest nicht mit dem Rad, weil dieses schwere Folgen hat / Will man dir ein Bier kredenzen, Radfahrer haben enge Grenzen / Bald schon, wenn es geht zu Fuß, man bestimmt auch pusten muss/ Doch einem echten Karnevalist, dieses alles schnuppe ist/Schickt die Leisen in die Au, die anderen grüße ich mit Helau."

(sep)