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Zugangsbeschränkung in Kirchen von Wesel und Schermbeck

Gottesdienste ab 1. Mai möglich : Zugangsbeschränkung in Kirchen

Die Kirchengemeinden dürfen ab 1. Mai wieder Gottesdienst feiern: Nun muss bei Protestanten und Katholiken gerechnet werden. Wie viel Platz bieten die Kirchen in Schermbeck und Wesel?

Die Kirchengemeinden in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck überlegen derzeit, wie sie ab dem 1. Mai wieder Gottesdienste in Zeiten der Corona-Krise abhalten können. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat am Donnerstag mitgeteilt, dass mit dem 1. Mai die Feier von Gottesdiensten mit Beteiligung von Gläubigen wieder möglich sei. Nach und nach kann – bei gebotenem Abstand – das Kirchenleben wieder Fahrt aufnehmen.

Für das Bistum Münster hat Generalvikar Klaus Winterkamp noch am Donnerstagabend Details der Neuregelung ab 1. Mai mitgeteilt. Eine Rahmenbedingung sei, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher sich durch die Raumgröße definiere. Zu allen Seiten hin sei von den Behörden ein Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Familien sollen nicht getrennt werden. Nach Möglichkeit sollten Zu- und Ausgang durch zwei Zuwege zur Kirche getrennt werden. Es sollten vermehrt Freiluft-Gottesdienste gefeiert werden. Firmfeiern könnten ebenso wie Requien oder Trauergottesdienste in den Kirchen unter Beachtung der Regeln gefeiert werden. Die Übertragung von Gottesdiensten im Internet werde weiter angeboten, damit Personen, die Risikogruppen angehören, leichter zu Hause bleiben könnten. Im Blick auf die Austeilung der Kommunion heißt es in den Rahmenbedingungen, dass alle daran Beteiligten sich die Hände desinfizieren müssten, bevor sie die Hostien berührten. Den Gläubigen solle „die Kommunion in angemessenem Abstand gereicht“ werden. Das tägliche Läuten um 19.30 Uhr unterbleibe ab dem 1. Mai, schreibt Generalvikar Winterkamp.

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Die Katholische Kirchengemeinde St. Ludgerus in Schermbeck hat schon Pläne. „Der verantwortungsvolle Umgang mit dieser Freiheit ist notwendig und bleibt eine Herausforderung“, teilt die Gemeinde mit. Konkret sei vorgesehen, dass bei einem Mindestabstand von 1,5 Metern 60 Personen in der Kirche St. Ludgerus Gottesdienst feiern können. Anstelle der Liederbücher werden Handzettel verteilt. Die Plätze in der Kirche sind durch Punkte markiert. Die Gottesdienstzeiten sind Samstag 18 Uhr, Sonntag 8.30 und 10.30 Uhr, Montag 18 Uhr, Donnerstag 19 Uhr und Freitag 18 Uhr. Der Sonntags-Gottesdienst um 10.30 Uhr soll weiterhin live im Internet übertragen werden.

Ganz so weit ist die katholische Kirche in Wesel noch nicht. Pfarrer Stefan Sühling von St. Nikolaus kündigt an, sich in den kommenden Tagen für die neun Kirchen intensiv mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen zu wollen. Herausfordernd sei etwa die Regel, dass der Eingang und Ausgang getrennt sein sollen. Für eine Kirche wie St. Johannes in Bislich sei die Umsetzung schwierig, sagt Sühling, für den die Gesundheit der Bevölkerung Vorrang hat. Für jede Kirche müsse nun vermessen werden, wie viele Gläubige pro Gottesdienst Zutritt haben dürfen.

Bei den Protestanten im Kirchenkreis Wesel wartet man nun auf die Entscheidungen der Landeskirche und des Presbyteriums, wie Pfarrer Albrecht Holthuis als Pressebeauftragter mitteilt. „Sicher ist, dass wir frühestens zum 10. Mai einsteigen wollen. Die Gesundheit der Gemeinde hat Vorrang, es soll keinen Wettbewerb geben, wer als erster wieder Gottesdienst feiert.“

In besonderer Weise wird schon am Sonntag in Wesel Kirche gefeiert. Im Autokino am Rhein wird es einen ökumenischen Gottesdienst um 11.30 Uhr geben. Die Stellplatzzahl ist auf 250 begrenzt. Der Zuspruch sei schon jetzt groß, wie der katholische Pfarrer Stefan Sühling von St. Nikolaus mitteilt. Allein für St. Nikolaus seien 100 Fahrzeuge angemeldet worden. Die Zufahrt zum „Autokino-Gottesdienst-Gelände“ ist am Sonntag ab 10.30 Uhr über die Fischertorstraße möglich. Vor Ort erhalten die Gottesdienst-Teilnehmer die nötigen Informationen für den Empfang des Gottesdienstes über das Autoradio.