Hamminkeln: Zu wenige Anmeldungen an Gesamtschule

Hamminkeln : Zu wenige Anmeldungen an Gesamtschule

Da sich nur 130 Neulinge angemeldet haben, ist eine Sechszügigkeit nicht möglich.

Eine Ausnahme von der Ausnahme will Hamminkeln bei der Bezirksregierung Düsseldorf für die Gesamtschule erreichen. Die Anmeldezahlen für die weiterführende Schule in Hamminkeln reichen eigentlich nicht, um die neuen fünften Klassen sechszügig und mit jeweils drei Eingangsklassen in Hamminkeln und Dingden zu unterrichten. Dazu sind 150 Schüler nötig, an der Gesamtschule haben sich nur 130 Kinder angemeldet. Allerdings wechseln in diesem Schuljahr auch nur 225 Kinder aus Hamminkeln in die weiterführende Schule. Im vergangenen Jahr waren es 256, im nächsten Jahr werden es 254 sein. Da nutzt es auch nicht, dass es kleinere Klassen geben kann, wenn, wie jetzt zwölf Kinder mit besonderem pädagogischen Förderbedarf angemeldet sind. Die erreichen zwar eine Verringerung der Klassengröße. Für die reguläre Sechszügigkeit reicht es aber immer noch nicht. Außerdem ist die Sechzügigkeit die Bedingung für das Unterrichten an zwei Standorten.

Und ein weiteres Problem ist aufgetaucht. Während immer mehr Kinder aus Hamminkeln, Wertherbruch und Brünen zur Gesamtschule gehen, sind die Zahlen in Dingden auf 44,64 Prozent gerutscht, obwohl dort die Dependance an der Kreuzschule ist. Noch schlimmer sieht es in Mehrhoog aus. 77,55 Prozent der Mehrhooger Grundschüler wechselten im Schuljahr 2013/2014 auf die Gesamtschule. Aktuell sind es 21,82 Prozent. "Das ist eine Katastrophe in Mehrhoog", findet Jürgen Palberg, der für die Schulen zuständige Verwaltungsvorstand. Für Johannes Flaswinkel ist klar, dass weiter das Gespräch mit den Eltern genutzt werden muss, um für die Gesamtschule zu werben: "Wir stecken nicht nur erhebliche Mittel in die Schule, sondern auch unser Herzblut als Politiker." Auch Gerret Wedler von der CDU unterstrich, dass "wir wollen, dass unsere Kinder in Hamminkeln das Abitur machen können." Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Adams brachte gar einen Imagefilm ins Gespräch, um die Elternschaft von der hohen Qualität der Gesamtschule zu überzeugen. Dass ging den anderen denn doch zu weit. Aber, dass die Gesamtschule sich in der Öffentlichkeit noch mehr positiv ins Gedächtnis rufen muss, darin waren sich alle einig. Oder um es mit Bürgermeister Bernd Romanski zu sagen: "Wir müssen gemeinsam in die gleiche Richtung laufen und persönliche Animositäten zurücksetzen."

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