Zerstört Bunker in Wesel hatten womöglich Denkmalwert

Objekte konnten nicht begutachtet werden : Zerstörte Bunker hatten womöglich Denkmalwert

Beim Fund der historisch wertvollen Ein-Mann-Bunker an der Oberndorfstraße in Wesel hat es offenbar Verstöße gegen geltendes Denkmalrecht gegeben. Wie die Weseler Stadtverwaltung auf Anfrage erläuterte, hätte der Fund der Bunker nach Paragraph 15 des Denkmalschutzgesetzes gemeldet werden müssen.

„Es könnte sein, dass die auf den Bildern zu sehenden Funde denkmalwert gewesen wären“, teilte das Büro der Bürgermeisterin Ulrike Westkamp auf Anfrage mit. Beide Bunker sind inzwischen von einer Baufirma zerstört worden.

Wie berichtet, lagen in der vergangenen Woche zwei Ein-Mann-Bunker, offenbar aus dem Zweiten Weltkrieg, am Straßenrand der Bundesstraße 8 (Oberndorfstraße). Direkt angrenzend laufen derzeit die Bauarbeiten am Autohaus Schmeink. Der Weseler Conrad Reinhard entdeckte die Bunker und machte ein Foto. Kurze Zeit später waren die Anlagen verschwunden. Der Stadt Wesel wurde der Fund zeitnah mitgeteilt. „Unverzüglich am nächsten Morgen sind eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter der Stadt Wesel zum besagten Fundort gefahren, um den Fund persönlich zu begutachten. Allerdings wurden vor Ort keine Bunker mehr vorgefunden“, erklärt die Verwaltung.

Unsere Redaktion hatte Anfang der Woche die zuständige Baufirma befragt – ohne Ergebnis. Nun teilte die Verwaltung mit, dass ihr schon direkt beim Besuch am Ort von zwei Mitarbeitern der zuständigen Baufirma mitgeteilt worden sei, dass am Vorabend zwei Objekte vom Fundort abtransportiert und zerstört worden waren.

Ob die Anlagen wirklich einen Denkmalwert hatten, ist aus Sicht der Verwaltung schwer zu beantworten. „Die Objekte konnten nicht begutachtet werden. Frühere vergleichbare Funde in Wesel sind nicht bekannt.“

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