Wesel: Zeelink-Erörterung beginnt heute

Wesel : Zeelink-Erörterung beginnt heute

Besorgte Bürger trafen sich in Drevenack, um sich auf den Termin vorzubereiten.

Der lange Schatten des heute beginnenden Erörterungstermins zur Zeelink-Trasse reichte von Neuss bis Drevenack: Dort trafen sich am Freitag zahlreiche Bürger, die sich wegen der Gaspipeline Sorgen machen, um sich auf den Termin vorzubereiten und Mut zu machen. Sogar eine kleine Delegation aus dem Münsterland hatte sich eingefunden, um sich zu informieren und Solidarität mit den Hünxern zu dokumentieren.

Zuvor gab es schon einen anderen vergleichbaren Termin in Erkelenz, den Rainer Rehbein, einer der Köpfe des Widerstands gegen die Gasleitung in Hünxe, besucht hatte, um optimal auf die kommende Woche vorbereitet zu sein. Gerade für die Region Voerde-Hünxe sei die Anhörung bedeutend, betonte Rainer Rehbein: da hier besonders viele bewohnte Grundstücke betroffen seien, gebe es auch eine besonders hohe Zahl von Einwendungen.

Rehbein beklagte, dass der Termin im weit entfernten Neuss stattfinde und teilte mit, dass Kontakt zu den Bürgermeistern aufgenommen worden sei, um zu beantragen, die Verhandlung abzubrechen. Aus dem Erörterungstermin in Erkelenz wusste der Aktivist zu berichten, dass von der Gegenseite alles versucht wird, das Projekt durchzudrücken. "Zeelink behauptet, dass auf 250 Kilometer der geplanten Trasse keine Maus und keine Amphibie anzutreffen sei", entrüstete sich Rainer Rehbein.

Ähnlich seien durch den Anwalt von Zeelink falsche Angaben über Lärmschutz durch Hecken und Bäume gemacht worden. Durch derart arrogantes Auftreten mache sich die Firma jedoch auch angreifbar.

Kritisch sah der Aktivist auch die Verhandlungsführung durch die Bezirksregierung in Erkelenz. Sicherheitsaspekte seien durch die Verhandlungsleitung abgeblockt worden, wusste Rehbein zu berichten. Wenn sich Ähnliches auch in Neuss anbahne, werde erwogen, im äußersten Fall einen Befangenheitsantrag gegen die Verhandlungsleitung zu stellen.

Auch Ablaufdetails wurden besprochen. Rainer Rehbein erläuterte, dass am ersten Tag in Erkelenz zunächst Kommunen und Naturschutzverbände gehört worden seien, dann am zweiten Tag die Einwendungen der Bürger thematisiert wurden. In Erkelenz habe es, obwohl dort der Widerstand kaum organisiert ist, etwa 70 Einwendungen gegeben. Rehbein zeigte sich überzeugt, dass die Firma Zeelink nicht mit so viel Widerstand aus der Bevölkerung gerechnet habe.

Besonders wichtig sei es, dass viele Einwender nach Neuss fahren. Auch auf die Wichtigkeit von Vollmachten wurde hingewiesen: Auch wenn Rainer Rehbein sich außerstande sieht, Privatinteressen zu vertreten, sei es doch verhandlungstaktisch wichtig, dass sich viele Einwender vertreten lassen. Eines stellte der Aktivist allerdings auch klar: Zeelink wird sich nicht stoppen lassen.

Es ist allenfalls möglich, durch möglichst strenge Auflagen die Trasse so erträglich wir möglich zu machen. Wichtig ist der Protest trotzdem, denn dadurch kann es gelingen, den Bau signifikant zu verzögern.

(CBR)
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