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Wolf in Schermbeck: Bürgerforum Gahlen kritisiert Ministerin

Wolf in Schermbeck : Bürgerforum Gahlen kritisiert Ministerin

Nach den vielen Schafsrissen im Wolfsgebiet Schermbeck übt das Bürgerforum Kritik: Das Lanuv und NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hätten die Tierquälerei nicht rechtzeitig unterbunden.

Vor mehr als zwei Jahren ist die Wölfin Gloria (GW954f) im Wolfsgebiet Schermbeck sesshaft geworden. Seitdem ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) für das Wolfsmonitoring in NRW zuständig. „Es wurde immer noch nicht offiziell festgestellt, wie die Wölfin seitdem bei den Tierhaltern den (empfohlenen) Herdenschutz überwindet“, erklärt das Gahlener Bürgerfoum (GBF) jetzt.

Laut deren Datenbank (www.wolfskarte-gahlen.de) seien 51 Risse von Gloria zu verzeichnen. „Für 100 unmittelbar getötete Nutztiere und für 40 weitere, die nachträglich aufgrund ihrer Verletzungen getötet werden mussten, ist die Wölfin verantwortlich. Wir gehen dabei davon aus, dass auch die letzten Risse auf ihr Konto gehen. Gerade die verletzten Tiere, die nach den Übergriffen eingeschläfert werden mussten, mussten besondere Qualen erleiden. Es ist schrecklich, mit ansehen zu müssen, wenn ein Schaf nach einem Kehlbiss nicht mehr richtig atmen kann und sich regelrecht zu einem Ballon aufbläht“, berichtet GBF-Sprecher Jürgen Höchst.

Auch das Lanuv und NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hätten dazu beigetragen, indem sie die Tierquälerei nicht rechtzeitig unterbunden hätten. Höchst: „Die Umweltministerin ist für den Tierschutz aller Tiere zuständig, nicht nur für den des Wolfes.“ Sie habe es „anhaltend unterlassen, geeignete Maßnahmen gegen die grausame Tötung von Weidetieren durch Wölfe zu ergreifen“. Damit liege ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz nahe, so das Bürgerforum.

Die Umweltministerin sei bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass ein Wolf überhaupt nicht springt, erklärt Höchst: „Anlässlich eines Runden Tisches in Düsseldorf am 13. Januar, an dem auch Vertreter der von Umweltorganisationen, wie BUND und Nabu sowie Schafshalter teilnahmen, äußerte sie sich wie folgt: ,Wir haben aber die ganze Zeit als Land NRW gesagt, der kann nicht springen – wurde mir immer von meinen Fachleuten gesagt.’“ Sowohl Wolfsbefürworter als auch -gegner hätten sich in diesem Moment erstaunt angeschaut, ergänzt Höchst.

(RP)