Wolf am Niederrhein und Hape Kerkeling

Achtung, Glosse : Hurz!

In Hape Kerkelings geradezu visionärem Lied „Hurz“ entdeckte man schon 1993 alle Konflikte, die auch heute den Niederrhein beschäftigen. Die Wolf-Problematik wurde damals schon erkannt.

Alle reden vom Niederrhein-Wolf: Soll man ihn töten dürfen, sollte er auf jeden Fall am Niederrhein bleiben? Wie immer findet man die Wahrheit im Liedgut, zum Beispiel bei Hape Kerkeling. In dessen Song „Hurz“, geradezu visionär, entdeckte man schon 1993 alle Konflikte, die auch heute den Niederrhein beschäftigen. Aber hören wir selbst:

„Der Wolf, das Lamm, auf der grünen Wiese...“

Da sind also Wolf und Lamm, eigentlich vertragen sich beide Tierarten nicht, sie leben aber zusammen auf einer grünen Wiese. Grün – Farbe der Hoffnung. Ist also noch Hoffnung für das Schaf? Hören wir weiter:

„Hurz! Und das Lamm schrie Hurz...“

Die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben von Wolf und Schaf schwindet schnell. „Hurz“, dieser Ausruf des absoluten Erschreckens, kann nur darauf hindeuten, dass diese beiden Tiere eben nicht in trauter Zweisamkeit zusammenleben können, dass es da diesen Urkonflikt gibt, der auch durch die trügerische Idylle einer grünen Wiese nicht verdeckt werden kann. Aber hören wir weiter...

„Der Wolf, das Lamm, ein Lurch lugt hervor! Hurz! Und das Lamm schrie: Hurz!...“

Die tierischen Beobachter kommen ins Spiel. Ein Lurch nimmt den Konflikt ins Visier, wird er Zeuge einer grausamen Tat; oder wird er für eine Befriedung des Konflikts sorgen? Hören wir weiter...

„Der Habicht sieht die Gegenwart! Kampf!“

Ein Greifvogel kommt zum Finale ins Spiel. Ein raffinierter Kunstgriff von Kerkeling: Habichte sind eher scheu, selten in der Natur zu entdecken. Indem nun dieser weise wie seltene Greifvogel auf unsere Welt schaut, vermag er aus einer sicheren Distanz zu beobachten, wie sich die Gegenwart gestaltet. Trübe ist seine Prognose: Kampf!

Was dieses letzte Wort von „Hurz“ wiederum für die Existenz des Niederrhein-Wolfes bedeutet, diese Interpretation wollen wir Ihnen, lieber Leser, selbst überlassen. sep

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