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Wesel: Winziges Schlachtgetümmel

Wesel : Winziges Schlachtgetümmel

Bereits zum zehnten Mal findet in Wesel die Zinnfiguren-Börse Duzi statt. Kernprojekt ist diesmal die Darstellung der Schlacht von Aspern 1809. Rund 16 000 handbemalte Figuren ziehen dabei in den Kampf.

In Hobbykellern entstehen oft Dinge, für die der Platz dann dort nicht mehr ausreicht. Zinn- und Kunststofffiguren des Maßstabs 1:72 sind winzig klein. Wer aber tausende davon aufreihen will, der braucht Fläche. Die Duisburger Zinnfigurenbörse (Duzi), die jetzt zum 27. Mal stattfindet und seit genau zehn Jahren in Wesel beheimatet ist, hat die in der Niederrheinhalle zu bieten. Organisator Michael Schröder erwartet wieder rund 1500 Besucher an den 80 Ständen von Händlern und Vereinen. Nicht zu übersehen ist das Kernstück, an dem bereits seit Donnerstagabend gebaut wird: die Schlacht von Aspern 1809 mit rund 16 000 Figuren.

70 Quadratmeter misst das Schlachtfeld, auf dem sich Österreicher und Franzosen samt ihrer Hilfstruppen gegenüberstehen. Der Ort Aspern ist nach einem Katasterplan von 1819 so original wie möglich nachgebaut. Würzige Düfte steigen auf. Aus Kostengründen setzen die Enthusiasten bei der Gestaltung des Geländes auf Kaffee, Sand, Dill, Majoran, Petersilie.

Kamele für Kreuzzüge in Arbeit

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"Auf der Duzi in Wesel zeigen wir jedes Jahr ein anderes Thema. Mit dem hier haben wir aber schon vor vier Jahren begonnen. Ich bemale schon seit Jahren Kamele, weil wir irgendwann die Kreuzzüge machen", sagt Peter Herfen aus Simmern. Er gehört zu einer bunten Interessengruppe, die sich zu solchen Großaktionen verabredet. Die Leute stammen aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich und Schweden. "Aus den USA kam auch ein Paket", sagt Herfen. Er schätzt, dass das riesige Diorama (Schaubild) zu einem Drittel mit Zinnfiguren bestückt ist. Das Gros ist aus Kunststoff. Plastik-Modellbau hat auf der Duzi ohnehin seinen Platz. Flugzeuge, Schiffe, Kriegsgerät, Figuren zu den verschiedensten Epochen sind im Angebot. Ebenso alles rund um Fantasy. Zum Rahmenprogramm der Messe gehören ein Warhammer-Turnier mit 120 Teilnehmern und die Endrunde der deutschen Fearless-Meisterschaft. Es gibt Figuren-Malkurse und Bastelaktionen für Kinder. Außerdem sind an der Schau Modellbaugruppen aus Wesel und Kamp-Lintfort beteiligt. Wie der Weseler Berthold Heinrichs sagt, ist in Kamp-Lintfort ein Verein in Gründung.

Veranstalter Michael Schröder aus Duisburg ist übrigens froh, dass er nach einst wechselnden Hallen nun in Wesel eine dauerhafte Bleibe gefunden hat und in der Niederrheinhalle mit der zehnten Auflage in Folge jetzt ein kleines Jubiläum feiern kann. Großer Saal, Parkettsaal und Empore sind heute und morgen (siehe Info) fest in der Hand von Freunden des Schlachtgetümmels im Miniaturformat.

(RP)