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Wesel: Windrad auch rechtsrheinisch

Wesel : Windrad auch rechtsrheinisch

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch: Neue Windräder-Zonen kommen – doch wo sind sie verträglich? Investorengruppe um Edeka-Chef Komp startet Solarprojekt auf Flachglas-Parkdeck. Neue Ideen für Photovoltaik.

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch: Neue Windräder-Zonen kommen — doch wo sind sie verträglich? Investorengruppe um Edeka-Chef Komp startet Solarprojekt auf Flachglas-Parkdeck. Neue Ideen für Photovoltaik.

Im Thema erneuerbare Energien ist enorme Bewegung. Nicht nur, dass Deich-Schäfer grashungrigen Biogas-Produzenten weichen müssen und das idyllische Bild friedlich grasender Schafe auf dem Büdericher Deich zu verschwinden wird (siehe Text rechts). Sicher ist, dass Windräder sich auch im rechtsrheinischen Teil Wesels ausbreiten. Die Frage ist nur, wo sie verträglich sind. Seit gestern liegt der (ungeprüfte) Vorschlag auf dem Tisch, sie im Lippemündungsraum zu konzentrieren. Kurz bevor steht der Baustart für ein Solarfeld auf Beton. Eine Investorengruppe um Edeka-Chef Sven Komp will Sonne auf dem ungenutzten Parkdeck von Flachglas in der Rheinaue abzapfen. Das zweite genehmigte Solarfeld-Projekt hakt hingegen. Landwirt Rohler in Lackhausen und dessen Familie haben die Pläne erst mal auf Eis gelegt (siehe unten).

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Photovoltaik an Umgehungen?

Zudem will SPD-Fraktionschef Ludger Hovest prüfen lassen, ob Photovoltaikanlagen an den Böschungen der Büdericher Umgehung und der Umgehungsstraße von Rheinbrücke bis B 8 installiert werden können. Das regenerative Bündel wird abgerundet von der Frage, ob die Stadtwerke Strom auf ihren Immobilien und mithilfe von Wärmeaustauschern bei der Wasserförderung produzieren können. Dies steht ebenfalls erst am Anfang.

In den Startlöchern steht dagegen die Investorengruppe um Sven Komp. Anfang Mai wird im Rathaus der Pachtvertrag mit der Stadt für die mindestens 20-jährige Nutzung des Flachglas-Parkdecks in der Aue unterzeichnet. Danach wird mit der Installation von 2350 Modulen auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern begonnen. Jährlich sollen so 500 000 Kilowatt Strom ins RWE-Netz eingespeist und 450 Tonnen klimaschädliches CO2 vermieden werden. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 1,2 Millionen Euro.

Zurück zum Stichwort Windanlagen: Mit dem kommenden Windkrafterlass des Landes werden die Konzentrationszonen für Windräder erweitert. Um rechtsrheinisch Ärger zu vermeiden, wurde auf Weseler Gebiet Areal für die Windmühlen nur linksrheinisch vorgehalten. Die Folgen sind bekannt, seitdem die neue Generation der Windräder auf über 150 Meter Nabenhöhe wächst: Riesenärger im Polderdorf, Klage des Naturschutzbundes Deutschlandes gegen die wie Sperren beim Vogelzug wirkenden Riesen. Hovests Vorschlag gestern zielt darauf ab, Anwohnerprotest erst gar nicht aufkommen zu lassen, wenn neue Windräder rechtsrheinisch platziert werden müssen. Er nahm gestern die Spitze des Ölhafens und des Emmelsummer Hafengebiets in den Blick.

Weseler oder Voerder Gebiet?

"Das ist weit weg von der Bebauung, stört meines Wissens nach auch nicht künftige Gewerbeansiedlungen", sagte er. Doch vieles ist unklar, etwa die Frage, ob die Emmelsumer Ecke zu Wesel oder zu Voerde gehört. Hovest hat das auf seiner Landkarte nicht so genau erkennen können.

(RP)