Rp-Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 3): Wie Eltern Kindern in die Lehre helfen

Rp-Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 3) : Wie Eltern Kindern in die Lehre helfen

Auf dem Weg ins Berufsleben ist die eigene Familie der beste Ansprechpartner. Sie kann ihn entscheidend ebnen.

Kreis Wesel Es gibt mehr Ausbildungsberufe, als das Jahr Tage hat. Gut 400 sind es zurzeit. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Besonders als junger Mensch, der einige der wichtigsten Lebensfragen beantworten muss: Was will ich werden? Wo will ich hin? Dass in dieser Phase ausgerechnet die eigene Familie fundamentale Hilfe geben kann, mag Eltern oftmals störrisch empfundener Kinder verwundern. Aber die Statistik sagt etwas anderes. "Eltern sind bei der Berufswahl die wichtigsten Ansprechpartner - noch vor Freunden oder Berufsberatern", berichtet Yvonne Klimek aus einer Erhebung. Die Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Wesel in der Geschäftsstelle Moers misst der Rolle der Eltern bei der Orientierung eine große Bedeutung zu. Und damit der allein in NRW verfolgte Anspruch "Kein Abschluss ohne Anschluss" nachhaltig Erfolg hat - noch immer bricht jeder Vierte die Ausbildung ab -, werden auch die Eltern nicht allein gelassen.

Wie die Schüler ab Klasse acht von den gut 20 Berufsberatern im Kreis Wesel betreut und begleitet werden, so gibt es auch Angebote für die Mütter und Väter der angehenden Auszubildenden. Auf Pflegschaftssitzungen sowie Elternabenden in den Schulen und den Agentur-Standorten Wesel, Dinslaken, Moers und Kamp-Lintfort zeigen die Berater bewusst Gesicht und untermauern damit, dass die Hilfen an die jeweilige Fachkraft gekoppelt bleiben. Allerdings wünscht Klimek sich mehr Teilnehmer bei solchen Veranstaltungen.

Eine Hauptaufgabe in der Beratung der Eltern ist es laut Markus Brandenbusch, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Wesel, ihnen ein Update zu geben. Denn seit der eigenen Entscheidung für eine Lehre oder den weiteren schulischen Werdegang hat sich eine Menge geändert. Da ist die heutige Vielfalt der Berufe nur eine Facette. Die Bandbreite der Medien, die Infos darüber geben können, ist gleichfalls enorm. Wie man sie anwendet und wie Kinder (und Eltern) darin fündig werden, wird vermittelt. Ein informativer Wegweiser sind die Broschüren planet-beruf.de sowie die dazugehörige Internet-Plattform. Was dabei grundsätzlich hilft, ist laut Yvonne Klimek, dass Eltern ihre Kinder am besten kennen. Dass sie also auch genau die Stärken, Schwächen und Neigungen benennen können. Schon deshalb sei es gut, wenn Eltern zum persönlichen Beratungstermin mitkommen. Vor allem dann, "wenn die Kinder gerade mal nicht so gesprächig sind".

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Wichtig für Eltern zu wissen ist aus Sicht der Agentur-Experten, was heutzutage alles möglich ist. Auch, wenn mal kein Abiturzeugnis dabei ist. Ein guter mittlerer Abschluss ist manchmal besser als ein schlechtes Abitur. In diesem Zusammenhang macht Klimek deutlich, dass man über Alternativen zum Wunschberuf Bescheid wissen sollte. Weil oft viele das Gleiche wollen, können nicht alle zum Ziel kommen. Wer beispielsweise filigrane Arbeiten liebt und Goldschmied werden möchte, kann auch als Zahntechniker glücklich werden. Böse erwachen können aber gerade jetzt manche, die noch keine positiven Antworten bekommen, aber bei heranrückender Schulentlassfeier auch keinen Plan B haben. Da gilt es für die Berater, den unversorgten Bewerbern Mut zu machen, am Ball zu bleiben.

Verzweifelten Eltern schulmüder Kinder können die Experten auch helfen. Diese sind laut Klimek oft überrascht, wie viele andere Wege eingeschlagen werden können und welche Motivationsschübe sich daraus ergeben könnten. Etwa durch Praktika in Betrieben oder berufsvorbereitende Maßnahmen mit Bildungsträgern. Wenn eben nicht die Schule im Mittelpunkt steht und die jungen Leute feststellen, dass sie außerhalb der Klassenzimmer eben doch etwas können.

Die Unterstützung der Berater für Eltern geht übrigens über die persönlichen Termine hinaus. "Durch E-Mail sind wir immer erreichbar", sagt Yvonne Klimek.

(fws)
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