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Weshalb Nachverdichtung in Baugebieten in Hamminklen ein Problem ist

Hamminkeln : Nachverdichtung in Baugebieten ist oft ein Problem

Wenn in alten Siedlungen Baulücken bestehen, stellt sich die Frage der Nachverdichtung. Dies ist im Hamminkelner Wohnungsbau gerne gesehen. Denn so müssen nicht unbedingt neue Baugebiete ausgewiesen werden.

Doch so einfach ist die Lückenschließung nicht, wie sich im Planungsausschuss mal wieder herausstellte. Hintergrund ist, dass es zu Problemen kommen kann, wenn alte Bebauungspläne bestehen – oder gar keine.

Es ging im Ausschuss um zwei Bereiche in Dingden. Einmal um die Siedlung am Friedhof, wo der Bebauungsplan aus dem Jahr 1965 für nichtig erklärt wurde. Zum anderen um das Gebiet Kondringstraße/Paßter Weg, wo es überhaupt keinen Bebauungsplan gibt. Das ist nicht ein Dingdener Thema allein, denn in allen Ortsteilen gibt es rund 20 Siedlungen in dieser Situation. Die Verwaltung ist dabei, das weitere Vorgehen abzuklären.

Stadtplaner Manfred Boshuven berichtetet von seiner Erfahrung, neue B-Pläne aufzulegen, die in der Regel gescheitert seien. Am Friedhof habe man schon 2008 in Sachen Nachverdichtung nachgefragt. Der Bedarf sei „unentschieden“ gewesen. Planerisch gilt deshalb, dass ohne Bebauungsplan nach der Innenbereichssatzung gehandelt wird. Ein neues Gebäude muss sich dabei in das bestehende Siedlungsbild einfügen, aber die Anzahl der Wohneinheiten ist frei. Das kann im Einfamilienhausgebiet für Konfliktstoff sorgen. Das Planungsamt sagt nun, es reicht, in einem Bebauungsplan maximal vier Wohnungen pro Grundstück zu erlauben – dazu 1,5 Stellplätze pro Einheit. Ein neuer Bebauungsplan ist aber auch risikobehaftet, wenn zum Beispiel wie am Freibad Dingden Lärmschutz eingehalten werden muss. Der kann für die Stadt teuer werden. Da ist es günstiger, die jetzt geltende Linie zu halten. Die heißt „gegenseitige Rücksichtnahme“ in Sachen Lärm und ist absolut preiswert.

(thh)