Kreis Wesel: Wesels größte Esel-Reklame

Kreis Wesel: Wesels größte Esel-Reklame

So viel Wesel war noch nie im TV: Stefan Raab machte in "TV Total" mehr bundesweite Werbung für den Eselorden, als die Kreisstadt es je vermocht hatte. Zu Gast war Kabarettist Dieter Nuhr, in Wesel geboren und Eselorden-Träger.

Kabarettist Dr. Ludger Stratmann hat ihn, Ex-Ministerpräsident Wolfgang Clement, der niederländische Liedermacher Herman van Veen und der frühere ARD-Intendant Fritz Pleitgen ebenfalls. Die Rede ist vom Weseler Eselorden, der in der Kreisstadt seit 1972 verliehen wird, einem der Highlights im karnevalistischen Terminkalender der Stadt und die höchste jecke Auszeichnung. Der weckte nun auch das Interesse in der Karnevalshochburg Köln, genauer gesagt, das von Showmaster Stefan Raab. Wesel müht sich stets, den Eselorden-Träger zu vermarkten und überregional Aufmerksamkeit zu erregen. Das gelingt nur in Maßen. Dank Fernseh-Größe Raab änderte sich das am Mittwoch radikal – in der Kultsendung "TV Total". Der Moderator musste sich sogar mit niederrheinischen Kernfragen auseinandersetzen – etwa, was ein "Weselaner" und was nur ein Weseler ist.

"Bürgermeister von Wesel"

Dazu kam es, weil einer der bekanntesten deutschen Kabarettisten in der Sendung zu Gast war. Raab entlarvte Dieter Nuhr in aller TV-Öffentlichkeit in "TV Total" als einen der sagenumwobenen Eselordenträger. Klar, dass der Showmaster mehr über den jecken "Esel" wissen wollte, schließlich können sich nicht allzu viele Promis mit diesem besonderen Preis schmücken. Und so gab Dieter Nuhr bereitwillig Auskunft über diese "Art Karnevalspreis."

Das ging dann so: "Du kennst doch den Spruch: Wie heißt der Bürgermeister von Wesel? Esel", nannte er in diesem Zusammenhang den wohl bekanntesten Spruch über die niederrheinische Stadt, der auch schon in Bully Herbigs "Der Schuh des Manitu" als Schluss-Gag Filmgeschichte schrieb.

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Nuhr, der geborene Weseler, der die Stadt im zarten Alter von zwei Jahren verließ und dann in Düsseldorf landete, zeigte sich stolz über den Preis, befindet er sich doch unter den Preisträgern in bester Gesellschaft. "Günter Jauch und Jan Hofer haben auch einen. Da dachte ich, das ist mein Preis", erklärte er stolz. In Jauchs Fall stimmt das zwar nicht, macht aber nichts. Wahr ist aber: Allzweck-Moderator Jauch war oft in Wesel, weil seine Familie hier residierte. Tagesschau-Vormann Jan Hofer stammt aus der Kreisstadt, hier hieß er einst Neuhofer. Erhalten hat Dieter Nuhr den Orden 2004 aufgrund seiner Äußerung, Wesel sei "potthässlich" und "die einzige Stadt, die ihr Rathaus abgerissen hat um dort ein Kaufhaus zu bauen." "Du bist ja auch Weseler", stellte Raab im Bezug auf die Auszeichnung fest. Da musste Dieter Nuhr ihn allerdings entschieden korrigieren. "Nein, ich bin Weselaner", erklärte er vor einem Millionenpublikum.

Ungeklärte niederrheinische Frage

Worin genau der Unterschied besteht, konnte im Rahmen der Sendung, bei der Dieter Nuhr sein neues Buch vorstellte, nicht geklärt werden. Das könnte Stefan Raab nachholen, denn wer so viel Interesse an dem Orden zeigt, der wäre doch eigentlich selbst ein guter Eselordenträger, oder? In der Kreisstadt würde man ihm schnell beibringen: "Weselaner" ist ein Weseler mit alter einheimischer Familie.

(RP)
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