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Wesel: Wesels erstes Schülerparlament

Wesel : Wesels erstes Schülerparlament

Weil Kinder oft tolle Ideen haben, bezieht die Büdericher Polderdorfschule die Schülersprecher in wichtige Entscheidungen mit ein. So auch beim Kauf von Spielgeräten für die großen Pausen.

Sabrina Hardacker, seit dem Sommer 2015 Leiterin der Polderdorfschule Büderich-Ginderich mit Standort Schulstraße in Büderich, weiß, dass "Bewegung und Lernen zusammengehören". Deshalb ist das Thema Bewegung einer der Schwerpunkte ihrer Schule.

Foto: Klaus Nikolei

Der Arbeit des Fördervereins, der so viele wichtige Dinge finanziell unterstützt, ist es zu verdanken, dass die Schulleiterin 500 Euro aus dem Schuletat nehmen konnte, um für die "bewegungsfreudige Grundschule" zahlreiche Spiel- und Sportgeräte anzuschaffen.

Foto: Klaus Nikolei

Die sollen in einer Garage auf dem Schulgelände aufbewahrt und in den Pausen von Viertklässlern an die Kinder der Jahrgänge eins bis drei verliehen werden. In der Garage lagern bereits verschiedene Spielgeräte, die die Schule im Rahmen ihrer Teilnahme an der bundesweiten Präventionsinitiative Fit4future erhalten hat.

Bei der Auswahl der Spielgeräte hat Sabrina Hardacker die Kinder bewusst mit einbezogen. Genauer gesagt, durften die Mitglieder von Wesels erstem Schülerparlament mitentscheiden, was für die 500 Euro alles angeschafft wird. Das Anfang des Schuljahres aus der Taufe gehobene Schülerparlament der Polderdorfschule besteht aus allen Klassensprechern, die aus ihrer Mitte zwei Präsidentinnen gewählt haben: die siebenjährige Sophie Schmidt aus der Klasse 2b und Ariana Wandt (9; Klasse 4 b).

"Die Bälle von dem Klettspiel sind viel zu fest", sagt Sophie, die gestern in der Turnhalle unter anderem die neu angeschafften Federballschläger, Balancierbretter oder Moonhopper ausprobiert hat. So wie alle anderen Kinder auch. "Die Bälle sind nicht so gut", sagt das Mädchen mit erhobenem Zeigefinger. Sabrina Hardacker nickt anerkennend. "Die Kinder", so sagt sie, "haben die Dinge in Katalogen gefunden und die Preise zusammengerechnet, so dass sie am Ende mit dem Geld hingekommen sind." Toll findet die Schulleiterin auch, dass die Schüler während des Projekttages in der Turnhalle sagen, wenn ihnen etwas nicht gefällt oder die Qualität nicht stimmt. Dann wird's eben zurückgeschickt.

In der Polderdorfschule wird übrigens nicht nur Wert darauf gelegt, dass die Kinder sich bewegen (drei statt zwei Sportstunden pro Woche), auch die Lehrerinnen nehmen am Fit4future-Projekt teil. Unter anderem wird jede einzelne zu ihrer Gesundheitssituation befragt. Außerdem soll eine Lehrersportgruppe installiert werden, die sich freitags nach Schulschluss trifft.

Dass an ihrer Schule im nächsten Sommer lediglich 36 Kinder eingeschult werden, stört Sabrina Hardacker nicht. Im Gegenteil: "Wir bekommen alle Kinder aus Büderich und Ginderich, die schulpflichtig werden. Mehr gibt es derzeit nicht." Und dass in den beiden Klassen jeweils nur 18 Kinder unterrichtet werden, ist ein Vorteil für alle.

Übrigens: Demnächst möchte die Schulleiterin mit ihrem Schülerparlament auch das Rathaus besuchen.

(RP)