Wesel: Weselerin hofft auf Akkordeon-Musikpreis

Wesel : Weselerin hofft auf Akkordeon-Musikpreis

Schon als Kindgartenkind spielte Katharina Jaeger (14) auf dem ungewöhnlichen Instrument.

Heute ist der große Tag für Katharina Jaeger: Beim 14. Deutschen Akkordeon-Musikpreis kann die 14-jährige Weselerin ihr Können beweisen. Aus allen Bundesländern sind in verschiedenen Altersklassen Akkordeonisten vertreten, die sich vorher in Landeswettbewerben für das Finale in Bruchsal (in Baden-Württemberg) qualifizieren mussten. Einen übermäßig aufgeregten Eindruck macht die Gymnasiastin vor dem Ereignis nicht: "Ein bisschen Anspannung gehört dazu. Aber wenn man einmal drin ist, läuft's."

Geübt wird abends zur Entspannung im heimischen Wohnzimmer. "Hier ist die beste Akustik", sagt die Schülerin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums. Wie viele Stunden da am Tag zusammenkommen, weiß sie selbst nicht so genau. "Es macht mir immer Spaß", erzählt sie. Und wenn etwas Spaß macht, schaut man nicht auf die Uhr.

Nun ist das Akkordeon für Jugendliche heute vielleicht nicht gerade das coolste Instrument. Bei Katharina Jaeger ist die Liebe aber schon vergleichsweise alt: Schon in der Musikalischen Früherziehung an der Weseler Musik- und Kunstschule hat sie ihr Faible für dieses Instrument entdeckt. Die Lehrerin war selbst Akkordeon-Spielerin - und es scheint ihr gelungen zu sein, Katharina mit dem Akkordeon-Virus zu infizieren.

Musik spielt in der Familie Jaeger eine große Rolle: Der ältere Bruder Benedict spielt Orgel, der jüngere, Johannes, Klavier. Auch Vater Otfried Jaeger haben es die weißen und schwarzen Tasten angetan.

Mittlerweile hat Katharina Jaeger die Weseler Musik- und Kunstschule verlassen und bekommt Privatunterricht bei Reinhilde Werbonat-Niemann.

Ein Akkordeon wächst mit seinem Spieler: Katharina hat auf einem kleinen Instrument mit wenigen Basstasten angefangen, wechselte später auf ein Instrument mit 72 Basstasten - und jetzt sind es 120.

Auch unterschiedliche Register hat ein Akkordeon vorzuweisen. Besonderer Clou: Während des Spielens kann man mit dem Kinn die Register wechseln. Diese ganze Hochtechnologie hat natürlich ihr Gewicht. Rund zwölf Kilo wiegt das Instrument von Katharina Jaeger.

Mit einer Sonate von Scarlatti und "Mosaik" von Fritz Dobler möchte die 14-Jährige die anspruchsvolle Jury heute in Bruchsal überzeugen. Und da ihr Musik so einen Spaß macht, tritt sie nicht nur als Solistin auf, sondern auch im Duo mit einer jungen Saxofonistin.

(cbr)