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Wesel: Weseler warnt vor Telefonabzocke

Wesel : Weseler warnt vor Telefonabzocke

Horst Schafaff wäre fast Betrugsopfer geworden. Die Masche: Sie fragen Stände von Strom- und Gaszähler ab, um die Daten an einen anderen Energieversorger weiterzugeben - und dann zu behaupten, man habe den Anbieter gewechselt.

Wer in diesen Tagen am Telefon gebeten wird, doch mal seine Strom- und Gaszähler abzulesen und die Daten fernmündlich durchzugeben, sollte mehr als misstrauisch werden. Warum, das hat RP-Leser Horst Schafaff der Redaktion bei einem Besuch im Detail erklärt.

Montagmorgen sitzt der 79-Jährige gegen 10 Uhr noch beim Frühstück, als das Telefon klingelt. Seine Frau nimmt den Hörer ab. Dann hört Horst Schafaff sie sagen: "Da gebe ich Ihnen mal meinen Mann. Horst, da ist einer von Eon." Der Anrufer ist zwar nicht von Eon, sondern bittet den Rentner freundlich darum, ihm die Stände des Strom- und des Gaszählers durchzugeben. Im Hintergrund ist Gemurmel zu hören, wie es für ein Großraumbüro üblich ist. Das müsse alles neu berechnet werden wegen der Umstellung von Atom- auf Biostrom, gibt der Unbekannte als Grund für die Störung an. Er werde dann um 11 Uhr wieder anrufen, "damit Ihnen keine Kosten entstehen. Das ist für Sie sonst zu teuer." Horst Schafaff geht in den Keller, notiert die Zählerstände und schaut dann noch mal in seinem Vertrag mit Eon nach. Da man bei dem Essener Energieversorger eigentlich alle Angaben vorliegen hat, ruft Horst Schafaff vorsichtshalber bei Eon an und schildert die ganze Sache. "Die junge Frau am Telefon riet mir, nicht auf den Anrufer reinzufallen. Solche Betrüger geben die erfragten Daten an einen anderen Energieversorger weiter und irgendwann bekommt man dann Post, dass man am Telefon den Anbieter gewechselt hat", erzählt der RP-Leser. Als der vermeintlich nette Anrufer sich erneut meldet, fragt Horst Schafaff: "Na, wollen Sie sich Weihnachtsgeld verdienen? Mit diesem Trick haben Sie vielleicht bei 90-Jährigen Erfolg, aber nicht bei mir." Den zweiten Satz bekommt der Unbekannte schon nicht mehr mit. Er hat aufgelegt.

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Der 79-Jährige hat der RP die Geschichte nur deshalb erzählt, "um andere Leute zu warnen". Denn es hätte nicht viel gefehlt, und er wäre selbst Opfer eines Betrügers geworden. Den Stromablese-Trick kennt man bei der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale an der Wilhelmstraße in Wesel schon länger. "Herr Schafaff hat genau richtig gehandelt. Man kann auch sofort den Hörer auflegen", sagt Verbaucherschützerin Karin Bordin. Sie berichtet, dass solche Anrufer versuchen, ahnungslose Kunden zum Energieanbieter-Wechsel zu überreden. "Ich kann nur jedem raten, bei einem solchen Anruf genau zu fragen, wer am Apparat ist, wie er und die Firma heißen und wer die Erlaubnis erteilt hat, einfach anzurufen. Meist wird dann sofort aufgelegt." Was aber, wenn man auf einen Trick reingefallen ist und die Befürchtung hat, dass man nun am Telefon einen Vertrag abgeschlossen hat? "Dann", sagt Karin Bordin, "kann man sich gerne an uns wenden. Wir werden dann versuchen, die Sache im Sinne des Verbrauchers zu regeln."

Kontakt: Telefon 0281 47368401

(RP)