Weseler Grill-Weltmeister kämpfen in den USA am Herd

Weltmeister stapeln tief : Grill-Team kämpft in USA am Herd

Am 18. Mai geht’s für die BBQ Wiesel zum Finale der World Food Championships nach New Orleans. Den Grill-Spezialisten winken beim Sieg 100.000 Dollar – doch diesmal wird gekocht.

Für Thorsten Brandenburg aus Wesel und Gordon Narloch aus Hamminkeln-Mehrhoog steht erneut eine große Reise an: Die beiden gehören zum fünfköpfigen Meistergriller-Team der BBQ Wiesel, das am 18. und 19. Mai in New Orleans beim Finale der World Food Championships anteten wird.

Als einziges nicht-amerikanisches Team haben sich die Deutschen für den Wettkampf qualifiziert, weil sie im November 2018 beim Hauptwettbewerb der World Food Championships in der Kategorie Barbecue auf dem Sieger-Treppchen standen. Dem Gewinner winken nun in der Finalrunde 100.000 Dollar, doch die Latte liegt hoch, wie Thorsten Brandenburg berichtet, denn diesmal ist es ein Koch-Wettbewerb – und die BBQ Wiesel sind eigentlich Grillspezialisten.

Dennoch gibt sich Thorsten Brandenburg nicht von vorne herein geschlagen: „Wir gehen natürlich als krasser Außenseiter in dieses Finale. Wir haben die weiteste Anreise und für uns ist es sicherlich am schwierigsten, den Geschmack der Cajun-Cuisine, der Südstaatenküche, zu treffen. Aber wir fahren nicht als Touristen zu dieser Veranstaltung und werden natürlich alles versuchen, um möglichst weit zu kommen und im Idealfall auch den Titel mit nach Deutschland zu bringen.“

In der ersten Runde der World Food Championships im November wurden die Sieger in zehn Kategorien ermittelt – und diese Gewinner treten nun gegeneinander an. Bei den Konkurrenten, berichtet der Weseler, sind viele Chefköche mit am Werk.

Gegründet haben sich die BBQ Wiesel im Jahr 2012 in Wesel aus einer Gruppe Hobby-Griller. Die Fahrt zu den Wettbewerben finanzieren die Barbecue-Spezialisten häufig mit Hilfe von Preisgeldern, so auch die erneute Tour in die USA. Thorsten Brandenburg hat sein Hobby übrigens inzwischen zum Beruf gemacht und betreibt die Grill-Website bbqpit.de.

Das deutsche Team, zu dem neben Thorsten Brandburg und Gordon Narloch noch Alfons Wienen aus Duisburg, Oliver Sievers aus Bochum und Klaus Breinig aus Edertal/Hessen gehören, hat sich die Fertigkeiten am Grill weitgehend selbst beigebracht, lediglich Klaus Breinig ist gelernter Koch.

In drei Runden treten die Teams an, in jedem Durchgang kommen nur die Besten weiter. Den Grill kann das Quintett dabei zu Hause lassen. Alle Gerichte werden am Herd gekocht.

Während zuerst Eggs Benedict, ein amerikanisches Frühstücksgericht mit pochiertem Ei, als Aufgabe ansteht, müssen die verbliebenen fünf Teams in der zweiten Runde das Fischgericht eines versierten Küchenchefs nachkochen. 15 Minuten dürfen die Köche zuvor probieren und analysieren. In der Endrunde lautet der Auftrag dann, eine Nachspeise für das Restaurant Antoine’s, das älteste familiengeführte Haus in New Orleans, zu kreieren. Das Sieger-Gericht wird dann auf der regulären Speisekarte des Hauses landen.

Auf viele Zuschauer dürfen die Titel-Anwärter auf jeden Fall hoffen: Der Wettkampf wird aufgezeichnet und im August im amerikanischen Fernsehen gezeigt.

Der Gewinn des 100.000-Dollar-Hauptpreises wäre schon eine große Überraschung, sagt Thorsten Brandenburg vorsichtig. Aber unter den ersten fünf Teilnehmern würden die Barbecue-Spezialisten, die immerhin die amtierender Grill-Weltmeister sind, schon gerne landen.

(rme)
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