Wesel: Weseler Arzt investiert für Schönheits-OPs

Wesel: Weseler Arzt investiert für Schönheits-OPs

Der Markt der Schönheitsoperationen boomt: Der Weseler Frauenarzt Leon Müller will mit einem neuen Angebot am Großen Markt profitieren. Seine Patienten greifen tief in die Tasche, um Falten oder Flecken entfernen zu lassen.

Mitunter Hunderte Euro geben seine Patienten für Schönheitsoperationen aus, für Korrekturen kleiner Falten, die Entfernung von Haaren oder kleine Eingriffe am Körper. Viele Jahre galten Frauen als Zielgruppe der Schönheitsoperateure. Seitdem über der Praxis des Weseler Frauenarztes Leon Müller ein Schild mit der Aufschrift "Schönheits- und Anti-Aging-Institut" steht, finden aber immer öfter auch Männer den Weg in das Eckhaus Großer Markt/Köppeltorstraße. Der Gynäkologe hat sich in den vergangenen Monaten zwei neue Standbeine geschaffen, die zunehmend auch eine Klientel ansprechen, die eigentlich nicht zur Stammkundschaft gehört.

Das Geschäft rund um das Feld Schönheitsoperationen ist ein Wachstumsmarkt. Der Weseler Mediziner versucht, davon zu profitieren. Rund 100.000 Euro, so sagt er, habe er in neue technische Geräte investiert. "Die Berliner Charité und eine Klinik in Jena, wo ich an Spezialschulungen teilgenommen habe, arbeiten mit diesen Speziallasern. Ebenso ein niedergelassener Arzt in Dortmund und wir hier in Wesel."

Ärzte wie Müller wissen um den Wunsch der Kunden nach perfekten Körpern, nach idealer Erscheinung. Und sie wissen, dass die Kunden bereit sind, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Die Kasse nämlich zahlt in der Regel nichts. Nur wer privat versichert ist, erhält den Großteil der Kosten von der Beihilfekasse zurück. Alle anderen müssen - je nach Behandlung - mit Beträgen zwischen 40 und einigen Hundert Euro rechnen. Diese Preise sind festgelegt in der Gebührenordnung für Ärzte. Die Angebotspalette ist vielfältig, und man staunt, was Menschen an ihrem Körper mittlerweile alles mit Mitteln der Medizin verändern lassen. Mit Hilfe eines Spezial-Lasers entfernt der aus Breslau stammende Mediziner beispielsweise Gesichtsfalten, Akne-Narben, Altersflecken sowie Nagelpilz und Haare an unliebsamen Stellen. "Vor allem südländische Männer kommen, um sich Barthaare, die von der Oberlippe schon in die Wangen hineinwachsen, entfernen zu lassen." Sein Institut im 1. Stock ist eingerichtet wie ein Wohnzimmer, mit Antiquitäten und Ölbildern - das Ambiente will so recht nicht zu moderner Medizin passen. Dort steht ein Lasergerät, mit dem, so sagt der 63-Jährige, Harninkontinenz gestoppt werden könne. Ein drittes Gerät soll mit Magnetfeld-Therapien Bauchfett reduzieren.

Müller kam vor 35 Jahren nach Wesel und war dort zunächst im Marien-Hospital tätig. Dann machte er sich als Gynäkologe selbstständig und hat jetzt das Geschäftsfeld der Schönheitsmedizin für sich entdeckt. "Ich habe gemerkt, dass ich eine neue Herausforderung brauche." Neue Mitarbeiterinnen hat er eingestellt, darunter eine Physiotherapeutin, die Massagen und eine Ernährungsberatung anbietet. Außerdem kommt monatlich eine Ärztin aus Münster in das Schönheits-Institut, um Faltenunterspritzungen mit Botox und Hyaluron-Säure vorzunehmen.

Was Promis schon vor Jahren gemacht haben, lassen nun auch Normalbürger in der Region immer öfter vornehmen. "Wichtig ist nur, dass man so etwas nicht zu oft macht, dass es nicht zur Sucht wird", sagt Müller.

(RP)