Wesel

In unserer Serie rund ums Thema Geldanlage haben wir Bürger aus Wesel und Umgebung gefragt, wie sie ihr Geld anlegen. Eine Erkenntnis: Nicht alle trauen der Aktie. Experten verweisen auf die Notwendigkeit einer Streuung des liquiden Vermögens.

Wesel Beim Thema Geldanlage sind die meisten Bundesbürger defensiv. Das zeigt auch eine Umfrage unserer Redaktion. Wir hatten unter anderem in der Weseler Fußgängerzone gefragt, wie die Menschen ihr Geld anlegen, ob sie Aktien haben und welche Immobilien sie besitzen. Geldanlage, das zeigte sich, ist in weiten Teilen immer noch Privatsache. Die, die geantwortet haben, äußern sich im Bezug auf Aktien und Fonds zurückhaltend. Experten verweisen allerdings auf die Chancen, die insbesondere in Fonds derzeit liegen. Was unsere Umfrage nicht zeigt: Die aktuelle Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat sehr wohl Auswirkungen auf das Sparverhalten der Deutschen, wie aktuell unter anderem Untersuchungen des BVR Research (Bundesverband Volksbanken und Raiffeisenbanken, Juli 2017) zeigt. Demnach ging ein Teil der Haushalte im Zuge der niedrigen Verzinsung von risikoarmen Anlageformen erneut höhere Risiken im Tausch für höhere Renditen ein. Eine neue Studie der Bundesbank zum "Sparverhalten im Niedrigzinsumfeld" zeigt, dass 36,1 Prozent der Befragten im Zuge der niedrigen Zinsen das Sparen verringert haben. Während in den Jahren 2012 und 2013 die Investitionen in Aktien noch zurückgingen, steigen sie seit 2014 wieder.

Experten wie Wolfgang Hofacker von der Volksbank in Wesel empfehlen eine Splittung des liquiden Vermögens: Ein risikoscheuer Anleger etwa solle zehn Prozent in Liquiditätswerte (Sparbuch), 40 Prozent in Geldwerte (Sparbriefe, Wachstumssparen, Anleihen), 20 Prozent in Substanzwerte (Aktien und Aktienfonds), 25 Prozent in Sachwerte (Immobilien und Immobilienfonds) und fünf Prozent in alternative Anlagen (Rohstoffe, Gold) investieren. Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2017 zur Aufteilung des Geldvermögens der Deutschen zeigen: Gerade einmal sieben Prozent legten die Deutschen in Aktien an.

(RP)
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