Wesel: Zwei Schülerinnen mit sehr gutem Abitur

Besondere Leistung am KDG: „Grandioser Einsatz“ beim Abitur

Larissa Wydra und Laura Tud vom Konrad-Duden-Gymnasium aus dem diesjährigen Abiturjahrgang haben durch ein Kolloquium und eine Facharbeit eine sogenannte „Besondere Lernleistung“ in Biologie erreicht.

Die Wege zum Erfolg beim Abitur sind unterschiedlich. Besonderes Engagement ist in jedem Fall gefragt. Dass sich Einsatz lohnt haben jetzt Larissa Wydra und Laura Tud vom Konrad-Duden-Gymnasium erlebt. Die zwei Schülerinnen aus dem diesjährigen Abiturjahrgang haben durch ein Kolloquium und eine Facharbeit eine sogenannte „Besondere Lernleistung“ in Biologie erreicht. Das hebt den Notenschnitt, bedeutet de facto aber ein fünftes Abifach zu wählen. In jedem Fall eine Zusatzleistung, die Zeit kostet und große Leistungsbereitschaft voraussetzt. Beide haben im Biologie-Leistungskurs von Naturwissenschaften-Koordinatorin Gisela Wirges gelernt. „Die Leistung beider Schülerinnen war phantastisch“, sagt sie.

Um besagte „Besondere Lernleistung“ abzuschließen mussten Larissa Wydra und Laura Tud über zwei Halbjahre in ihrem letzten Schuljahr eine wissenschaftliche Arbeit anfertigen, die mit naturwissenschaftlichen Experimenten verbunden war, eine Dokumentation von mindestens 30 Testseiten schreiben und diese dann vor einer Prüfungskommission vorstellen. Der Erfolg war groß. Laura bekam dadurch sogar enge Kontakte zur TH Aachen, wohin es über ihre Lehrerin eine zufällige Verbindung gab und wo sie im Labor arbeiten durfte. Dabei ging es um das sogenannte CRISPR-Cas-9-Verfahren in der Pflanzenforschung und die Frage, ob damit Ertragseinbußen bei Weizen durch Mehltaubefall gesenkt werden können. Ein spezielles Thema, dass sich für die Jungforscherin als spannend erwies – und sehr lehrreich. Sie lernte wissenschaftliches Arbeiten und Selbständigkeit im Kontakt mit Uni-Wissenschaftlern, Dinge, die ihr helfen werden im anstehenden Medizinstudium. „Das war toll, aber auch anstrengend“, sagt Laura.„Anders als Unterricht, es war nicht alles vorgegeben. Ich konnte das Thema selbst aussuchen und hatte viele Freiheiten.“ Larissa Wydra hat sich auch ein bisschen selbst entdeckt, als sie die Herausforderung der „Besonderen Lernleistung“ anging.

Das hatte damit zu tun, dass sie sich bei der Themensuche persönlich einbringen konnte. „Von klein her trinke ich jeden Morgen warme Milch, die in der Mikrowelle erhitzt wird“, erzählt sie. Ob das wohl unbedenklich ist? Das Verfahren stellte sie mit Pflanzen und verschieden behandelten Wassern nach. Ihre Facharbeit hieß dann „Auswirkungen von Mikrowellenstrahlung auf Nahrung und Pflanzenwachstum in der Diskussion“ und hatte praktische und unerwartete Erkenntnisse zur Folge. Denn die Behandlung in der Mikrowelle könne demnach langfristig krank machen.

Den zweiten Effekt lernte Larissa beim Bewerbungsgespräch für eine duale Ausbildung bei der Stadt Voerde kennen. Die Zusatzleistung stach hervor, weil sie etwas Besonderes ist, was übrigens auch bei der Studienplatzbewerbung hilft. Das mit der Mikrowelle sei plötzlich Thema bei der Vorstellung gewesen, lacht Larissa. Für Lehrerin Wirges bedeuteten die Zusatzleistungen auch mehr Aufwand, sie musste mehr Zeit für Korrekturen, Gutachten und Beratung aufwenden. „Dennoch, der Erfolg ist außerordentlich gut. Es ist einfach grandios, was die Beiden geleistet haben.“

Viele Abiturienten tun sich die zusätzliche Belastung nicht an, besagte „Besondere Lernleistung“ ist am KDG nicht weit verbreitet. Wirges will jetzt verstärkt dafür werben. Larissa und Laura werden sozusagen zum Werbeträger. Von dem und von der Art und Weise, was und wie sie es zusätzlich geleistet haben, werden sie bei ihrer Ausbildung  profitieren.