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Wesel wird sicherer Hafen: Richtig so!

Kommentar zur Aufnahme junger Flüchtlinge : Zeichen der Menschlichkeit

Vesalia hospitalis – der Weseler Rat handelt im Sinne eines historischen Stadtmottos. Das bedeutet nicht, dass sich 2015 wiederholen wird, auch wenn das Gegner des Beschlusses behaupten werden.

Der Weseler Rat hat einstimmig ein wichtiges Zeichen gesetzt. Er hat entschieden, dass die Stadt „Sicherer Hafen“ wird und eine unbestimmte Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aufnehmen will. Wer die Bilder von Flüchtlingslagern an der griechischen Grenze sieht, wer dann registriert, wie Flüchtlinge zum Spielball geopolitischer Machtinteressen von Autokraten und Diktatoren werden, der kann als zivilisierter Mensch nichts anderes als starkes Mitleid verspüren. Es ist das Mindeste, dass Deutschland einige der schutzlosen Kinder aufnimmt. Dass selbst darüber diskutiert werden muss, zeigt, wie sich unsere Gesellschaft verändert hat.

Reflexartig wird nun der Satz gesagt, dass sich eine Situation wie 2015 in Deutschland nicht wiederholen dürfe. Man kann dies unterschreiben. Klar ist aber auch: Es gilt weiterhin ein Grundrecht auf Asyl. Es gibt nach wie vor so etwas wie zivilen Anstand. Vesalia hospitalis – in Wesel zeigt man Gastfreundschaft gegenüber denen in großer Not. Die Stadt kann dies verkraften – ob es nun fünf oder zehn junge Flüchtlinge werden. 1500 Kinder will Deutschland insgesamt aufnehmen. Zum Vergleich: Zu Hochzeiten der Flüchtlingskrise 2016 nahm allein Wesel 600 Personen auf. Derzeit leben 170 Personen in den Übergangswohnheimen. Es sei derzeit sogar möglich, ungefähr 100 Plätze zusätzlich kurzfristig zu belegen, sagte die Stadt.

Sebastian

Peters

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