Wesel will Mitglied im Isselverband werden - Politik muss noch zustimmen

Thema im Haupt- und Finanzausschuss : Wesel will Mitglied im Isselverband werden

Gemeinsames Vorgehen der Kommunen gegen die Hochwassergefahr

(rme) Die Stadt Hamminkeln und auch Isselburg haben schon zugestimmt, nun steht das Thema Hochwasser-Zweckverband auch in Wesel auf der Agenda der Politik. Die Hansestadt wird – die Zustimmung der Parteien vorausgesetzt – als eine von zehn Kommunen dem Verband der Issel-Anlieger beitreten. Durch das interkommunale Konzept soll verhindert werden, dass es noch einmal zu einer so brisanten Hochwasserlage kommt wie im Sommer 2016, als die Dämme in Hamminkeln zu brechen drohten.

Für Hamminkeln und Isselburg hat das Thema die größte Relevanz, daher sind sie auch mit 40,7 beziehungsweise 32,9 Prozent am stärksten an den Kosten für die Schutzmaßnahmen beteiligt. Mit neun (Hamminkeln) und sieben Stimmen (Isselburg) haben sie in der Verbandsversammlung dafür auch das größte Gewicht. Wesel ist mit 4,18 Prozent an den Kosten beteiligt, hat dafür auch nur eine Stimme. Trotzdem ist die Kreisstadt als Isselanlieger mit im Boot, denn der Zweckverband ist eine „Solidargemeinschaft“, wie Norbert Terfurth, Teamleiter im Fachbereich Stadtentwicklung, erklärt.

Das Klima wird unberechenbarer – im abgelaufenen Jahr war die Issel stellenweise ausgetrocknet, extreme Hochwasser können aber jederzeit wieder auftreten. Weil Einzelmaßnahmen in den Anliegerkommunen da wenig Sinn haben, ist die Idee des Zweckverbandes entstanden.

33 Maßnahmen zum Hochwasserschutz sind insgesamt geplant, vier werden auf Weseler Gebiet umgesetzt. Zwei davon sind an der Bärenschleuse in Obrighoven vorgesehen: Im Vorland unterhalb der Schleuse sollen westlich und östlich der Bundesstraße 70 jeweils Möglichkeiten zur kontrollierten Flutung von angrenzender Bereiche entstehen. Im Bereich Lauerhaas soll als Schutz ein 450 Meter langer Deich oder eine Mauer gebaut werden. Im Bereich Brüner Bruch, der teilweise auf Weseler Stadtgebiet liegt (südlich der Autobahn 3), sind ebenfalls Maßnahmen zur kontrollierten Flutung sowie der Bau einer Überlaufschwelle und einer 250 Meter langen Flutrinne geplant.

Für die Gesamtkosten aller 33 Maßnahmen sind derzeit Kosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro veranschlagt. 1,2 Millionen Euro jährlich werden in den kommenden 20 Jahren an Kosten nach Abzug der Fördermittel erwartet. Der Weseler Anteil liegt bei rund 50.000 Euro im Jahr, wobei diese mal höher, mal etwas niedriger ausfallen können.

Neben Hamminkeln, Isselburg und Wesel sind Bocholt, Borken, Hünxe, Raesfeld, Rees, Rhede und nicht zuletzt auch die Gemeinde Schermbeck Mitglied im Zweckverband für Anlieger der Issel und ihrer Nebengewässer.

Am heutigen Dienstag, 26. Februar, stimmt der Weseler Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung im Rathaus über den Beitritt ab. Am Dienstag, 12. März, fällt dann in der Ratssitzung die endgültige Entscheidung.

(rme)