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Wesel will Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen

Weseler Rat entscheidet einstimmig : Wesel will Kinder aus Flüchtlingslagern aufnehmen

Im Weseler Rat, der am Dienstag tagte, fielen mehrere Entscheidungen einstimmig. Unter anderem sind alle Politiker dafür, dass Wesel ein Frauenhaus erhält.

Der Weseler Rat hat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig entschieden, einen Beitrag zur Flüchtlingshilfe leisten zu wollen. Konkret will die Stadt eine gewisse Zahl von minderjährige Flüchtlinge aufnehmen, die in griechischen Flüchtlingslagern unter schlimmsten Bedingungen leben. Entsprechende Anträge hatten die Grünen und die SPD gestellt. Wie viele junge Menschen unter 14 nach Wesel kommen werden, ist noch unklar. Die Bundesregierung hatte sich jüngst entschieden, 1000 bis 1500 Kinder und Jugendliche nach Deutschland zu holen. Diese dürften nach einem bestimmten Schlüssel auf die Kommunen verteilt werden. Ebenfalls einstimmig ist der Entschluss gefallen, dass sich die Stadt der Initiative „Sicherer Hafen“ anschließt. Die Mitglieder der Initiative sprechen sich gegen eine Abschottungspolitik Europas aus und wollen Flüchtlingen ein sicheres Ankommen in Europa ermöglichen.

Ebenfalls einstimmig hat sich der Rat dafür ausgesprochen, dass in den nächsten Monaten im Ratssaal eine Veranstaltung zum Thema „Haltung zeigen in Wesel“ veranstaltet wird. Damit will die Politik zeigen, dass in Wesel jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Hass und Terror konsequent abgelehnt wird. Ob allerdings Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Musilime in Deutschland, als Referent der Veranstaltung eingeladen wird, so wie von der SPD vorgeschlagen, ist fraglich. Die FDP hat Bedenken und den Vorschlag unterbreitet, besser einen Verfassungsrechtler reden zu lassen. Zu der Veranstaltung sollen unter anderem Vertreter aller Religionsgemeinschaften eingeladen werden.

Themenwechsel: Weil immer mehr Frauen vor ihren gewaltbereiten Partner fliehen, hat die SPD den Vorschlag gemacht, auch in Wesel ein Frauenhaus zu errichten. In dem würden dann allerdings Schutzsuchende aus anderen Städten des Kreises untergebracht. Aktuell gibt es zwei Frauenhäuser in Moers und in Dinslaken. Der Rat steht geschlossen hinter dieser Idee. Beigeordneter Rainer Benien erklärte, dass Mitte 2020 eine Bedarfsanalyse des Landes vorliege und man sich dann um Fördermittel von Bund und Land bewerbe könne.