Wesel: Weiter Probleme mit Gelben Säcken

Hausverwalter in Wesel beklagen sich : Weiterhin Probleme mit Gelben Säcken

Hausverwaltungen beklagen, dass eine Sammelbestellung von Gelben Säcken für die Bewohner von Mehrfamilienhäusern bislang nicht möglich ist. Logische Folge: Mieter werfen Verpackungen in den Restmüll.

Von der Möglichkeit, Umverpackungen mit dem Grünen Punkt in der neuen Gelben Tonne zu entsorgen, machen seit Anfang des Jahres immer mehr Weseler Gebrauch. Mehr als 6000 Tonnen wurden bereits bestellt, viele davon ausgeliefert – vor allem an Besitzer von Eigenheimen.

Schwer tun sich aber nach wie vor die Eigentümer von Mehrfamilienhäusern damit, Gelbe Tonnen zu bestellen, weil oft schlicht und einfach der Platz auf den Grundstücken fehlt. Schließlich stehen dort bereits graue, blaue und gelegentlich auch braune Tonnen. Die Mieter dieser Häuser können allerdings – übrigens wie jeder andere auch – nach wie vor alle Verpackungen mit dem grünen Punkt in Gelben Säcken entsorgen. Wie unsere Redaktion in Gesprächen mit mehreren Wohnungsverwaltungsgesellschaften erfahren hat, ist diese Regelung aber längst nicht allen bewusst. Vor allem nicht, dass sie die Gelben Säcke seit Anfang des Jahres nicht mehr einfach bei den bekannten Ausgabestellen (unter anderem Rathaus, ASG, diverse Supermärkte) kostenlos bekommen, sondern Abholkarten für die Rollen mit den Tüten beim Entsorger Schönmackers in Kempen bestellen müssen – schriftlich oder telefonisch.

„Viele Mieter in den Objekten, um die wir uns kümmern, haben oft mit sich selbst genügend zu tun oder sind einfach nicht in der Lage, die Gelben Säcke zu bestellen“, erklärte eine Mitarbeiterin einer Weseler Verwaltungsgesellschaft auf Anfrage unserer Redaktion. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits bei Schönmackers nachgefragt, ob es nicht möglich sei, mehrere Dutzend Rollen zu bestellen, damit Hausmeister die Säcke an die Mieter verteilen könnten. „Bei Schönmackers hieß es nur, dass das nicht gehe. Jeder Mieter müsse halt seine Rollen mit den Gelben Säcken selbst bestellen. Das ist natürlich unbefriedigend.“

Ohne Gelbe Tonnen und ohne Gelbe Säcke wird es dazu kommen, dass vermehrt Umverpackungen im Restmüll landen, was eigentlich nicht im Sinne des Erfinders sein dürfte. Ist da nicht der städtische Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) gefragt, der dafür gesorgt hat, dass das Sammelsystem in Wesel um die Gelbe Tonne erweitert wurde? „Wir sind nicht für die Sammlung verantwortlich“, erklärt Doreen Bonnes, stellvertretende ASG-Chefin im Gespräch mit unserer Redaktion. Allerdings könnte man in den betroffenen Mehrfamilienhäusern versuchen, Unterschriften der Mieter zu sammeln, um dann mehrere Abholkarten auf einmal zu bestellen. „Vielleicht gibt es diese Idee bei Schönmackers schon“, sagt sie.

Unsere Redaktion fragte telefonisch nach in Kempen und erhielt bei dem Entsorgungsunternehmen lediglich eine schriftliche Antwort. „Grundsätzlich existieren in Wesel ausreichend Ausgabestellen, die für alle Bürger der Stadt Wesel zu erreichen sind. Das Ausgabesystem ist keine Sonderregelung für Wesel, sondern ein bereits seit Jahren etabliertes System“, heißt es in dem Schreiben. Mehr wollte das Unternehmen zu der Problematik nicht sagen. Außer, dass man hoffe, dass die betroffenen Hausverwaltungen nochmals Kontakt mit Schönmackers aufnehmen werden, um das Problem gemeinsam doch noch irgendwie zu lösen.