Wesel: Was das Kombibad bewirken kann

Wesel : Was das Kombibad bewirken kann

Erstmals sind nun Pläne zu sehen, die das Volumen der künftigen Bäderlandschaft am Rhein deutlich machen. Laut SPD bleibt kein Platz mehr für Minigolf. Sie zeigt eine Ersatzfläche am Auesee und verspricht dem MSC Wesel Hilfe.

Ob es nun zehn oder 15 oder noch mehr Millionen Euro kosten wird, in einem sind sich viele sicher: Das Kombibad ist ein Jahrhundertprojekt mit großem Potenzial. Es nach dem Hickhack um die Genehmigungsfähigkeit nun am Wunschstandort Freibad auf den Weg zu bringen, ist das Gebot der Stunde und zwingt zu ernsthaftem Nachdenken über die Folgen.

Aus Sicht der Weseler SPD ist eindeutig klar, dass der vom MSC Wesel betriebene Minigolfplatz eine neue Heimat bekommen muss. Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest, Ortsvereinsvorsitzender Norbert Meesters und Ulla Hornemann in ihrer Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzende der Städtischen Bäder GmbH machten am Mittwoch deutlich, dass sich das von der Bezirksregierung für die Genehmigung nötige Strömungsgutachten an einem Maximal-Komplex orientiert, der jetzt erstmals öffentlich gezeigt wird. Versuche, die Minigolfanlage doch noch in der Nachbarschaft des Kombibades erhalten zu wollen, würden ein neues Gutachten erforderlich machen und, was noch viel schlimmer wäre, die Umsetzung des Vorhabens um weitere Jahre verzögern, sagen die Genossen und fordern die Fraktion Wesel. Gemeint ist damit das Ziehen aller politischen Kräfte an einem Strang.

Der Ist-Stand aus der Luft: das Freibad (unten) mit seinen Nebenanlagen, den früheren Rheinterrassen samt Parkplatz und dem Minigolfplatz (oben). Foto: SB

Die Neigung des MSC Wesel, seine frisch renovierte Anlage in absehbarer Zeit teuer verlegen zu sollen, ist bekanntlich gering. Die SPD hatte die Minigolfer gerade zu Gast, um die Möglichkeiten zu erklären. Hovest und seine Mitstreiter versprechen dem Verein Hilfe, beziffern diese jedoch noch nicht. Das müsse man dann sehen, aber eine vergleichsweise nahe Fläche böte sich jedenfalls an. Die SPD fühlt sich den Weseler Minigolfern, deren Anlage landesweit geschätzt wird, verpflichtet und glaubt, dass die benötigten 4000 Quadratmeter am Auesee zu finden sind. Und zwar hinter der Schranke zum Wassersportgelände. Hier befinden sich der Einstieg für die Taucher sowie der Steg für die Nachbarn vom Sporthafen: Yacht-Club Wesel, Weseler Kanu-Club, Weseler Seglerkameradschaft sowie Ruder- und Tennisgesellschaft Wesel, die neben Rudern auch Surfen und Segeln im Programm hat. Das muss nicht zu Konflikten führen. Im Gegenteil.

Die Zukunft: Der ans Freibad angesetzte Komplex bezeichnet den Neubau, der laut Strömungsgutachten maximal genehmigungsfähig ist. Foto: SB

Dass Rowdytum, Grillexzesse und Partys von weniger sportlich orientierten Kreisen hier an der Tages- und Nachtordnung sind, wissen auch die Genossen. Hovest sagte am Mittwoch, dass den Betreibern des Minigolfplatzes am See auch eine gewisse Aufsichtsfunktion zukommen könnte oder die Stadtwacht mehr Präsenz zeigen müsste. Außerdem will er den Beigeordneten Klaus Schütz bitten, die Vereine an einen Tisch zu holen, um Wünsche, Nöte und Bedenken für die Planung zu erörtern.

Für den Gesamtplan Kombibad sind ohnehin noch viele Details zu klären. Die Palette reicht von einer Überplanung, sprich Neuordnung und Gestaltung der Verkehrs- und Parkmöglichkeiten, über eine Niag-Linie bis hin zur Anbindung des Biergartens. Das neue Bad kann also viel bewirken, wobei das Wichtigste zuletzt kaum noch genannt wurde: die für das nächste Jahrhundert erhoffte Lösung des Weseler Bäder-Dilemmas. Mit Glück wird das Heubergbad es technisch noch so gerade eben bis zur Einweihung des Kombibades schaffen. Dann hat es ebenso seine Schuldigkeit getan wie das Bislichbad. Ziel: alles unter einem Dach, von Babyschwimmen über Schul- und Wettkampfsport bis zur Sauna. Die Stadt hat sich mit 900.000 Euro für die Sanierung des Heubergbades fünf Jahre Zeit gekauft. Im November soll die Bauleitplanung für den Ersatz am Rhein starten.

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