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Wesel Warum „Friday for future“ trotzdem eine gute Sache ist

Kommentar zur Woche : Warum „Fridays for future“ trotzdem eine gute Sache sind

In Wesel haben Schüler für das Klima demonstriert. Gut so! Aber: Es gibt noch weitere Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Auf dem Rückweg von der Altana-Pressekonferenz in Düsseldorf zum Arbeitscomputer gerieten wir am Freitagmittag in einen Mega-Stau. 15 Minuten rollten wir mitten in der Düsseldorfer City keinen Meter vor oder zurück. Überall Polizei. Der Grund: Dort protestierten Schüler wie überall in Deutschland mit „Fridays for future“ für den Klimaschutz. Kurz haben wir uns über die Schüler-Aktion geärgert, weil sie den Verkehrsfluss behinderte und die Umwelt zusätzlich belastete. Schließlich ließen da Hunderte Autofahrer in der Landeshauptstadt ihre Motoren nutzlos drehen, verpesteten die Luft. Wenn schon Demonstration, dann dort, wo man keinen Autoverkehr aufhält. Wer für Nachhaltigkeit und Umweltschutz demonstriert, der muss auch so etwas im Blick haben.

In Wesel haben es die Schüler besser gemacht, sie zeigten echten Einsatz für das Klima in der autofreien Fußgängerzone, und das nicht in ihrer Schulzeit, sondern sogar am Nachmittag. Einige Politiker hatten den Schülern ja in den vergangenen Wochen Denkzettelchen verpasst. FDP-Chef Christian Lindner konnte sich den peinlichen Hinweis nicht verkneifen, dass Umweltschutz etwas für die Profis sei. Man denkt: In Lindners Partei jedenfalls wird man Profis für den Umweltschutz nur schwerlich finden können.

Es ist gut, dass sich Schüler engagieren. Das sorgt für Debatten. Die Klage über die ach so passive Couch-Playstation-Smartphone-Jugend will nicht mehr passen. Hier gehen hoffentlich die auf die Straße, die sich für die Gesellschaft von morgen einsetzen. Schön übrigens wäre, wenn neben den Demonstrationen, die ja leicht auch wohlfeil wirken können, auch praktisches Umweltengagement entsteht. In vielen Kommunen gibt es gerade Aufräumaktionen. Plastikmüll wird eingesammelt. Wer sich um die Umwelt sorgt, der macht da mit! Womit wir wieder beim Anfang wären; dem Superstau. Man kann diese Demo ja auch anders auffassen. Vielleicht sollte man nächstes Mal mit der Bahn anreisen? Sebastian Peters

(sep)