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Wesel warnt vor Selfies an Eselampel - Unfallgefahr auf Kreuzung

Unfallgefahr auf Kreuzung : Stadt warnt vor Selfies an Eselampel

Immer wieder fotografieren sich Passanten mitten auf der Kreuzung vor der neuen Eselampel und werden von fließendem Verkehr überrascht. Die CDU hatte zuvor schon längere Grünphasen angeregt – mit Blick auf einzelne Beschwerden von Senioren.

Es ist ein ungewöhnlicher Warnruf, den die Stadtverwaltung von Wesel am Mittwoch getätigt hat. Immer häufiger würden sich Menschen auf der Kreuzung Esplanade/Kreuzsstraße auf der Fahrbahn vor der neuen Eselampel per Selfie fotografieren. Das könne zu gefährlichen Situationen führen, weil die fotografierenden Fußgänger den fließenden Verkehr nicht im Blick haben. Plötzlich würden sie in einer Rotphase auf der Fahrbahn stehen und nicht mehr zur anderen Straßenseite gelangen.

Die Erfahrung manches Selfie-Fotografen zeigt: Ein Foto mit Gesicht und Ampel lässt sich nur machen, wenn man auf der Kreuzung steht. Stadtsprecher Swen Coralic teilt mit, dass insbesondere solche Passanten anfällig für das Problem seien, die die Eselampel noch nicht kannten. Sie zückten erstaunt ihr Handy und machten dann einen Schnappschuss. „In der Folge schaffen sie es nicht bei Grün über die Straße.“

Zuletzt hatte die CDU gefordert, die Ampelphase an der Kreuzung Esplanade/Kreuzsstraße zu verlängern. Fraktionschef Jürgen Linz fordert Bürgermeisterin Ulrike Westkamp auf, eine entsprechende Änderung zu veranlassen. „Insbesondere älteren Menschen und Personen mit Gehbehinderung sowie mit Rollatoren ist es nicht möglich, die Straße innerhalb der Grünphasen zu überqueren“, schreibt Linz. Vor der Neuinstallation der Ampel sei die Phase länger gewesen. Dies sei nur ein Eindruck, teilt die städtische Mitarbeiterin Margarete Strempel mit. Die Länge der Ampelphase sei trotz der Motive gleich geblieben. „Wir haben lediglich die Hardware getauscht. Die alten Ampeln wurden durch neue, energiesparende LED-Leuchten ersetzt. Zudem haben wir eine Esel-Schablone als Motiv für das Lichtsignal installiert. An den Schaltzeiten haben wir bisher nichts geändert“, sagt Margarete Strempel.

Unfälle auf der neuen Eselampel-Kreuzung sind weder Stadt noch Polizei bekannt. Gleichwohl soll nach dem CDU-Antrag noch einmal politisch diskutiert werden, die Ampelphase zu verlängern: „Durch die moderne Technik können die Schaltphasen problemlos geändert werden. Die Ampeln sind in der Lage, automatisch den Verkehr zu zählen. Dadurch lassen sich Schaltzeiten auf die tatsächliche Verkehrslage anpassen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Der Ausschuss für Bürgerdienste, Sicherheit und Verkehr wird in seiner nächsten Sitzung dazu informieren.

Eine Notwendigkeit für längere Ampelphasen könnte bestehen, wenn die Fluktuation steigt: Die Weseler Stadtverwaltung weist auch darauf hin, dass die Kreuzung demnächst noch häufiger genutzt werde. Bald eröffnet in den Räumen des ehemaligen Saturn-Marktes ein Edeka, auch der Discounter Aldi baut seine Verkaufsflächen um. Zudem entstehen an der Kreuzstraße derzeit viele neue Wohnungen, „Mit dem erweiterten Angebot werden noch mehr Menschen die Ampel überqueren“, sagt Coralic.

Die Idee zur Eselampel hatte der Weseler CDU-Politiker Reinhold Brands. Zunächst sollte die Ampel vor dem Bahnhof errichtet werden; dort gab es aber keine Genehmigung, weil die zuständige Behörde Straßen NRW Gefahren für den Verkehr vermutete. Die Stadt suchte dann eine Kreuzung, für die sie allein die Zuständigkeit hat.