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Wesel: Verkehrswacht hat Motorradfahrer-Training durchgeführt

Training in Schill-Kaserne : Biker bereiten sich auf die Saison vor

Die Kreis-Verkehrswacht hat ein erstes Motorrad-Verkehrstraining auf dem Gelände der Schill-Kaserne in Blumenkamp angeboten. 27 Fahrer lernten dort, wie man in schwierigen Situationen richtig reagiert.

Aufbrausende Motoren waren jetzt wieder auf dem Gelände der Schill-Kaserne zu hören. Frank Schulten, Geschäftsführer der Kreis-Verkehrswacht, war einer der Protagonisten, der die drei Motorrad-Gruppen beim Sicherheitstraining in die jeweilige Aufgabenstellung einführte. „Das ist eine wichtige Wiederbelebung für die Fahrer“, sagte der Experte der Kreis-Verkehrswacht und Fahrlehrer. „Man hatte sechs Monate Fahrpause, da fährt man anders. Da ist oft die Bedienung das Problem.“

Rettungsassistent Clemens Halmans (links) zeigt hier Dirk Korthals (rechts) das Abnehmen des Motorrad-Helms nach einem simulierten Unfall. Foto: FFS FUNKE Foto Services/Hermann

Gemeinsam mit dem Sonsbecker Fahrlehrer Frank Götting hatte er sich für die 27 Teilnehmer – darunter eine Frau – einiges einfallen lassen. Neben dem Slalomfahren mit unregelmäßigem Abstand durften die Fahrer eine Bremsprobe bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde proben, einen Slalomparcours absolvieren, mit Lenkeinschlag anfahren und ausweichen üben. „Wenn auf der Kurve eine Fahrbahnwelle oder ein Schlagloch ist, stärkt diese Übung die Fahrstabilität“, sagte Schulten und erläuterte den Sinn der neuen Übung, im Kreis über eine Holzlatte zu fahren. „Und generell wollen wir das Bewusstsein schaffen, für die Autofahrer auch mitzudenken.“

Die Feuerwehr Wesel unterwies die Fahrer zusätzlich in Erster Hilfe. Und die Kreispolizei warb mit einem Stand für die Nutzung von Warnwesten und informierte über aktuelle Unfallzahlen.

„Wir hatten im vergangenen Jahr 117 Verkehrsunfälle mit Motorrädern – kein Toter“, unterstrich Arno Heinemann von der Polizei. „Der Anteil, dass Motorradfahrer Unfälle verursachen, liegt unter 50 Prozent“ und ist damit erstmals seit Jahren wieder rückläufig. „Vielleicht sind viele weniger gefahren, weil es zu heiß war“, mutmaßte Heinemann. Personen zwischen 50 und 55 Jahren seien am häufigsten beteiligt. Die meisten Unfälle geschehen statistisch gesehen im April und im September, zumeist mittwochs und sonntags „und oft direkt nach der Mittagspause“, erläuterte er.

Die Fahrer, die sich der Übung stellten, kamen aus dem ganzen Kreisgebiet – und jeder mit einer eigenen Geschichte und Motivation. „Ich habe schon einmal einen Unfall gebaut, der noch gut ausgegangen ist – ich habe in der Kurve zu doll im Hinterrad gebremst“, berichtete beispielsweise der 18-jährige Leo Reykers aus Hamminkeln, der vor allem „das Bremsen und das mit dem Parcours“ hilfreich fand.

Der Weseler Johannes Schlaghecken hatte vor drei Jahren bei einer Tour mit Freunden in Hiesfeld fast eine Kollision mit einem Mädchen auf dem Fahrrad gehabt und wollte schon nicht mehr fahren. „Das Motorradtraining hier hat mir das Selbstbewusstsein wieder zurückgegeben“, erzählte der 62-Jährige. Und Soldat Thomas Trzewik betrachtet das Training, wie er sagte, für sich „als ein gutes Warm-up für die Saison“.

(aflo)