Wesel: Wesel trauert um Günter Faßbender

Wesel: Wesel trauert um Günter Faßbender

Stadtdirektor, Motor im DRK, Jüdisch-christlichen Freundeskreis und Hospiz

"Ich leide zwar an der Stadt, aber ich liebe sie auch", hat er 1999 mal gesagt. Da war er gerade 70 geworden. Am Samstag ist der Mann, dessen Verhältnis zur Stadt so ein besonderes war, im Alter von 88 Jahre im Lukas-Seniorenheim in der Feldmark gestorben: Günter Faßbender. Für viele war der ehemalige Stadtdirektor eine Reizfigur, für viele andere ein äußerst liebenswerter Mensch mit einer sehr sozialen Ader.

Der gebürtige Mönchengladbacher war SPD-Mitglied, von 1978 bis 1990 Chef der Stadtverwaltung und in der Stadt vielseitig engagiert. Faßbender war der Motor des Jüdisch-christlichen Freundeskreises, erhielt 2013 als "Architekt der Versöhnung" das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Die Errichtung des Mahnmals am Willibrordi-Dom für die zerstörte Synagoge geht ebenso auf sein Wirken zurück wie die bis heute andauernde Verlegung der Stolpersteine und die Kontaktpflege zu den ehemaligen Weseler jüdischen Glaubens. Mehr als 30 Jahre lang war Günter Faßbender außerdem in Spitzenämtern des Deutschen Roten Kreuzes auf Kreis- und Ortsebene aktiv.

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Nicht zu unterschätzen ist auch die segensreiche Arbeit einer Einrichtung, die er vor vielen Jahren mit seiner Frau Kati ins Leben gerufen hat: die Kati-Faßbender-Stiftung, die Menschen ein würdiges Sterben ermöglicht. Erst 2014 gaben die beiden ihr Okay für einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag mit dem Verein Hospiz-Initiative. Der sichert dem Projekt einen jährlichen Zufluss von 60.000 Euro. Das Kuratorium der Stiftung arbeitet weiter daran, langfristig ein stationäres Hospiz einrichten zu können. Zurzeit kümmern sich rund 50 ehrenamtliche Betreuer der Initiative um die stille Arbeit für die Sterbenden - meist in deren privater Umgebung.

(RP)
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