Wesel: Tierheim warnt vor Käufen im Internet

Vierbeiner leiden oft : Tierheim warnt vor Internetkäufen

Immer häufiger landen Vierbeiner aus dem Netz in der Einrichtung.

Das Team des Weseler Tierheims beobachtet, dass immer häufiger Tiere im Internet gekauft werden. Oft passe es dann nicht zwischen Herrchen und Tier: Die gescheiterten Internetverkäufe landen im Tierheim. Manchmal werden die künftigen Halter auch schlicht übers Ohr gehauen. So landete in der Weseler Einrichtung jüngst ein Hund, der als Boxermischling verkauft wurde, sich aber als Old English Bulldog entpuppte, für den ein Herkunftsnachweis erforderlich ist, den es natürlich nicht gab. Tierheimleiter Gabi Wettläufer warnt eindringlich vor schnellen Käufen per Mausklick.

„Man kann nur davor warnen, irgendwo hinzufahren und ein Tier schnell mitzunehmen“, sagt sie. Immer öfter beobachtet sie jedoch, dass zukünftige Tierhalter genau das wollen. Wer ins Tierheim kommt, der wird beraten und sollte den Hund vor der „Adoption“ erst einmal kennenlernen – und im Ernstfall raten die Mitarbeiter auch schon einmal von dem Vorhaben ab. Zum Beispiel dann, wenn ein Kind unbedingt einen Hund möchte, die Eltern aber nicht voll dahinter stehen. Solche Fragen stellen Verkäufer im Internet oft nicht. Im Gegenteil: „Die Verkäufer möchten ihr Tier schnell loswerden, da werden auch schon mal Krankheiten verschwiegen“, weiß Wettläufer. Und: Eine Rückgabe ist oft nicht möglich, weil der Verkäufer nicht mehr erreichbar ist. So war es bei dem Old English Bulldog, der als Boxer den Besitzer wechselte. Die neuen Halter konnten den gesetzlich geforderten Herkunftsnachweis nicht erbringen – so erhielten sie von den Behörden auch keine Haltungserlaubnis. Der Hund kam ins Tierheim. „Oft wissen die Leute gar nicht, wo die Tiere herkommen.“

Übergaben finden mitunter sogar aus dem Auto heraus statt. „ Wer ein Tier bei sich aufnimmt, muss die Menschen kennenlernen, bei denen es vorher gelebt hat und sich das ehemalige Umfeld anschauen“, sagt die Tierheimleiterin.

Ein weiterer Fall von Internetkauf ist die sieben Jahre alte Schäferhund-Mischlingshündin Sena. Sie wurde aus familiären Gründen über das Internet verkauft, doch sie akzeptierte die neuen Menschen nicht und landete ebenfalls im Tierheim. Auch die Katzen Kimba und Lu wechselten aufgrund der niedlichen Fotos im Internet-Kleinanzeigenmarkt ihren Besitzer. Nach 14 Tagen mussten die beiden wegen einer Tierhaarallergie wieder ausziehen und warten nun im Tierheim auf eine neue Chance – ebenso wie viele andere Leidensgenossen.

Kontakt Wer sich für einen Vierbeiner aus dem Tierheim interessiert, kann die Einrichtung (An der Lackfabrik 4 - 6) täglich von 16 bis 18 Uhr besuchen und sich direkt vor Ort über die Tiere informieren, die zu vermitteln sind. Infos auch auf www.tierheim-wesel.de

(rme)
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