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Wesel tauscht sich mit Partnerstädten zum Thema Corona aus

Telefonat der Bürgermeister : Wesel und Partnerstädte tauschen sich in Krise aus

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp suchte den Kontakt zu den Weseler Partnerstädten. Deren Bürgermeister freuten sich über den Anruf aus Wesel. Sie sprachen über die Lage vor Ort miteinander und ihre Erfahrungen mit dem Virus.

Das Coronavirus kennt keine Grenzen. Inzwischen sind weltweit Menschen an dem Virus erkrankt, in Quarantäne oder gestorben. Auch in Wesels Partnerstädten beeinflusst das Virus das öffentliche Leben.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp hat ihre Amtskollegen in Hagerstown (USA), Felixstowe (Großbritannien), Ketrzyn (Polen) und Salzwedel angerufen, um zu erfahren, wie die aktuelle Situation in den Partnerstädten ist. „Überall kämpfen die Menschen gegen das Virus. Die Gespräche mit den Bürgermeistern und der Bürgermeisterin von Salzwedel sind wichtig, da wir uns auch über Ideen austauschen, wie vor Ort die Krise gemeistert wird. Dabei konnte ich von unseren guten Erfahrungen mit den Weseler Hilfsangeboten, die größtenteils ehrenamtlich organisiert sind, und auf die kreativen Lösungen vieler Unternehmerinnen und Unternehmer in Wesel verweisen“, fasst Bürgermeisterin Ulrike Westkamp die Telefonate zusammen.

Auch in den USA, Großbritannien und in Polen leben die Menschen mit vielen Beschränkungen im öffentlichen Leben. Geschäfte, Schulen und Kindergärten sind ebenfalls geschlossen. In Salzwedel sind bisher nach Auskunft von Bürgermeisterin Sabine Blümel zum Glück bisher nur wenige Menschen infiziert. Zudem hat sie berichtet, dass das diesjährige Hansefest in Salzwedel, das eigentlich vom 3. bis zum 5. Juli stattfinden sollte, leider abgesagt wird.

Heute finden Telefonkonferenzen weniger spektakulär statt: Um mit mehreren gleichzeitig zu telefonieren, nutzt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ein Konferenztelefon. Foto: Stadt Wesel

Auch Nick Barber, Bürgermeister von Felixstowe, schilderte die Einschränkungen in seiner Heimatstadt. Bisher seien nur wenige Menschen in Felixstowe mit dem Virus infiziert; ein Drittel der Verstorbenen kommt aus London. Darüber hinaus berichtete er, dass auch in Großbritannien die Einzelhändler finanzielle Hilfen von der Regierung bekommen. Jeweils 10.000 Pfund erhalten kleine Geschäfte, so Nick Barber. Mitte Mai endet seine Amtszeit als Bürgermeister. Anders als in Nordrhein-Westfalen wird der Bürgermeister in Felixstowe für ein Jahr vom Stadtrat gewählt. Er übt sein Amt ehrenamtlich aus und hofft, dass er noch in diesem Jahr nach Wesel kommen kann, um alle wiederzusehen.

Besonders über den Anruf von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp gefreut hat sich der Bürgermeister von Ketrzyn in Polen, Ryszard Niedzolka. Er verwies im Gespräch auf die geltenden Regelungen für Kirchenbesuche. Gottesdienste sind aktuell auch in Polen untersagt. Maximal fünf Personen dürfen gleichzeitig in einer Kirche sein. In Ketrzyn musste die Polizei über Ostern eine Kirche räumen, da sich zeitgleich 20 Personen im Gotteshaus befanden. Zudem berichtete er, dass sich viele Einheimische Sorgen machen, die im Ausland lebenden Polen, die zur Osterzeit in die Heimat gekommen sind, könnten das Virus mit eingeschleppt haben. Viele Polen arbeiten in Deutschland und vor allem in Großbritannien.

Robert E. Bruchey, Bürgermeister von Hagerstown in den Vereinigten Staaten, freute sich ebenfalls über den Anruf aus Wesel. In seiner Stadt wird versucht, das Leben weitestgehend normal fortzuführen. Kleine Geschäfte haben geöffnet, Malls und Theater geschlossen. Fußballspielen ist weiter erlaubt. Große Sorge mache das Budget (Haushalt). Knapp 15 Millionen Menschen haben USA-weit bereits staatliche Unterstützung beantragt. Dies sei die größte Krise seit den 1930er Jahren, so der Bürgermeister.

Alle Amtskollegen der Partnerstädte erkundigten sich auch über die Situation in Wesel. „Unserer Freundschaft schadet das Virus nicht. Im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, dass wir trotz der Ferne und dieser schwierigen Zeit näher zusammengerückt sind“, sagt Ulrike Westkamp.

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(RP)