Wesel: Strommasten zu nah gebaut? Anwohner fürchten Elektrosmog

Strommasten zu nah gebaut?: Weseler haben Angst vor Elektrosmog

Anwohner der Rudolf-Diesel-Straße in Wesel sorgen sich um ihre Gesundheit. Netzbetreiber Amprion habe, so heißt es, anders als angekündigt, Abstände zu den Häusern nicht eingehalten.

Anwohner der Rudolf-Diesel-Straße in Wesel sorgen sich um ihre Gesundheit. Netzbetreiber Amprion habe beim Bau neuer Strommasten die Abstände zu den Häusern nicht eingehalten, heißt es.

Eigentlich wohnt Peter Michalitschke mit seiner Frau Karola (beide 60) gerne in dem schmucken Einfamilienhaus an der Rudolf-Diesel-Straße. Vor acht Jahren haben die Eheleute am Rande des Gewerbegebiets in einer Sackgasse gebaut, weil sie hier einen praktisch unverbaubaren Blick über die Felder Richtung Drevenack genießen konnten. Die bestehenden Strommasten in der Nähe ihres Hauses haben die Michalitschkes damals nicht gestört. Schließlich waren sie ja noch weit genug weg von ihrem Garten.

Aber seit vor einigen Monaten Netzbetreiber Amprion kleinere Masten gegen größere, rund 80 Meter hohe Exemplare der 380.000-Volt-Höchstspannungsleitung ausgetauscht hatte, die Windstrom von der Nordseeküste Richtung Süddeutschland transportieren, ist die Freude getrübt.

Die Michalitschkes haben, so wie ihre Nachbarn auch, Angst vor Elektrosmog. "Bei einer Infoveranstaltung von Amprion vor einigen Jahren im Hotel Hohe Mark in Obrighoven wurde vor dem Bau der Masten die Frage gestellt, wie gefährlich Elektrosmog sei. Damals hieß es, dass ein Abstand von 40 Metern unbedenklich sei. Tatsächlich aber beträgt der Abstand der Leitungen zu unserem Grundstück nur 20 Meter", sagt Peter Michalitschke.

Und bei kräftigem Sturm würde es nun wummern, heulen und brummen. "Irgendwie kommt es da zu Verwirbelungen. Das ist dann lauter als der Lärm der Flugzeuge, die im Landeanflug auf Weeze sind", sagt Peter Michalitschke und berichtet davon, dass er von Höfen in der Umgebung wisse, über deren Dächern die Leitungen verlaufen. "Die Besitzer haben eine Entschädigung erhalten", sagt er.

  • Amprion stellt Wunschstrecke vor : Stromautobahn soll vor allem über Land führen

Gespräche, die er mit dem Weseler Planungsamt und der Bezirksregierung in Düsseldorf zu diesem Thema geführt hat, sind nach seinen Angaben ohne Ergebnis verlaufen.

Was aber sagt Amprion dazu? Unsere Redaktion fragte nach bei der Pressestelle in Dortmund, wo sich Thomas Wiede, der Leiter der Abteilung Unternehmenskommunikation, den Fall am Mittwoch kurz schildern ließ. "Grundsätzlich gehen von unseren Leitungen keine gesundheitlichen Gefahren aus", erklärte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Und Entschädigungen würden in aller Regel nur an Grundstücksbesitzer gezahlt, auf deren Grund und Boden Masten stehen würden.

Die Bezirksregierung in Düsseldorf war gestern übrigens nicht in der Lage, zu dem Fall eine Stellungnahme abzugeben. Die zuständigen Experten seien derzeit nicht zu erreichen, hieß es. Man werde sich aber kümmern und sich dann auch mit der Redaktion in Verbindung setzen.

Der Bürgermonitor: Wenn Sie ein Anliegen haben und die Redaktion über Unzulänglichkeiten von allgemeinem Interesse informieren möchten, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir bleiben bei den Themen am Ball und haken nach. Und so können Sie uns erreichen: Entweder rufen Sie die Redaktion unter 0281 14342 oder 14394 montags bis freitags in der Zeit von 10 bis 18.30 Uhr an. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail, Stichwort "Bürgermonitor", an wesel@rheinische-post.de. Gerne können Sie uns auch einen Brief schreiben: Rheinische Post, Großer Markt 9 bis 11, 46483 Wesel.

(RP)