Wesel: Streit bei den Fusternberger Schützen, die einen neuen Präsidenten haben

Mächtig Ärger im Verein : Fusternberger Schützen haben neuen Präsidenten

André Nitsche folgt auf Thomas Stachowski. Im Verein hat es zuletzt mächtig Ärger und Austritte gegeben.

In Schützenverein Fusternberg hat es in der jüngsten Vergangenheit mächtig Ärger gegeben. Von Diffamierungen in den sozialen Medien und möglichen rechtlichen Schritten, von Austritten und von „Verächtlichmachung von Mehrheitsentscheidungen“ war Freitagabend während der Jahreshauptversammlung die Rede, in deren Rahmen ein neuer Präsident gewählt werden musste. Denn Thomas Stachowski war, wie berichtet, von seinem Amt zurückgetreten, das er 15 Jahre lang bekleidet hatte.

Der Vorstand hatte sich auf den Rückzug von Stachowski vorbereitet und präsentierte mit André Nitsche einen Kandidaten. Da es keinen zweiten Bewerber gab, wurde Nitsche per Akklamation gewählt.

Der 39-Jährige hatte sich ebenfalls auf seine Rede gut vorbereitet: Nach dem Dank an seinen Vorgänger, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde, fand er deutliche und sehr kritische Worte zur aktuellen Stimmung im Verein „Die große Mehrheit will ein zivilisiertes Miteinander“, betonte der neue Präsident und kündigte an, „Denunzianten klar zu benennen“. Auch Außenstehenden wurde während der Jahreshauptversammlung schnell klar, dass die letzte Zeit im Schützenverein nicht einfach gewesen ist.

André Nitsche appellierte an alle Vereinsmitglieder, nicht „in Ängsten und Zweifeln zu erstarren“ und bot den Ausgetretenen an, doch in den Verein zurückzukehren. „Streit ist notwendig“, erklärte der frisch gewählte Präsident, aber auch der Respekt vor Mehrheitsentscheidungen sei unumgänglich. Integrative Kraft ist also gefordert vom neuen Präsidenten des Schützenvereins Fusternberg – und zugleich auch von den rund 300 Mitgliedern. 98 von ihnen hatten den Weg zum Schützenhaus an der Rundsporthalle gefunden, um an dieser denkwürdigen Jahreshauptversammlung teilzunehmen.

Zu Beginn des Abends hatte Thomas Stachowski die diversen Schützen-Honoratioren begrüßt, bevor – wie bei Jahreshauptversammlungen allgemein üblich – mit der Verlesung des Protokolls der vorhergehenden Sitzung die eigentliche Tagesordnung begann. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr 2018 erläuterte Thomas Stachowski zunächst die zahlreichen Aktivitäten des Vereins.

In seinen Abschiedsworten als Präsident betonte Stachowski, dass er „überwiegend gute Zeiten“ in seiner Tätigkeit erlebt habe und sprach seiner Familie, seinen Mitstreitern im Vorstand, aber auch den umliegenden Vereinen und den wirtschaftlichen Partnern des Schützenvereins seinen Dank aus. Zudem wünschte er seinem Nachfolger den „Mut, Neues zu tun“. Stehende Ovationen entließen den Präsidenten aus seinem Amt.

(cbr)
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