Wesel: Stahltanne auf Großem Markt mit echtem Baum darin

Debatte um Weseler Weihnachtsbaum : Bürger loben die Stahltanne mit Baumfüllung

Jedes Jahr zu Weihnachten wird in Wesel über den passenden Baum gesprochen - zuletzt beklagten viele Bürger ihn als zu karg und schlicht. In diesem Jahr ist das anders. Die Edelstahltanne auf dem Großen Markt hat die Anmutung eines echten Weihnachtsbaumes: Die echte Tanne steht in einem Stahlkäfig.

Der vielleicht berühmteste Weihnachtsbaum am Unteren Niederrhein ist seit Dienstag komplett geschmückt. Und es ist für die Weseler eine echte Überraschung: Die Edelstahltanne auf dem Großen Markt in Wesel hat in diesem Jahr die Anmutung eines echten Weihnachtsbaumes: eine Tanne im Käfig, schlicht mit Tannengrün und weißen Sternen ist es geworden. So viel Weihnachten war in Wesel nicht immer: In den vergangenen Jahren sorgte der Baum regelmäßig für Proteste. Vielen Weselern war er zu wenig weihnachtlich, zu karg oder zu bunt, manchmal auch zu politisch.

Im zehnten Jahr stellt die Weseler Immobilien- und Standortgemeinschaft Domviertel (ISG) auf eigene Kosten eine Edelstahltanne auf dem zentralen Platz vor dem Willibrordi-Dom auf. Weil sich allerdings unter dem Großen Markt eine Tiefgarage befindet, kann eine normale Tanne nicht im Boden verankert werden. Deshalb wurde die Idee eines Stahlskeletts ersonnen, das jedes Jahr unterschiedlich geschmückt wird. Manche der Exponate sorgten schon für vernichtende Urteile. Die Bild-Zeitung wählte die Weseler Edelstahltanne gar einmal zu einem der zehn hässlichsten Bäume Deutschlands.

Immer wieder wurde die Kritik laut, dass der Baum nicht wie ein Baum aussehe. Das ist in diesem Jahr anders. Die Immobilien- und Standortgemeinschaft Domviertel entschied sich in diesem Jahr dafür, diesmal eine Tanne in das nackte Stahlskelett zu stellen. Im Advent 2018 ist die Tanne also wirklich weihnachtlich. Das Echo in den sozialen Netzwerken fällt seit Montag durchaus positiver aus als in vergangenen Jahren. Und auch Dagmar Ewert-Kruse und von der ISG Domviertel sagt: „Wir haben viele positive Reaktionen erfahren.“ Viele Besucher hielten am Dienstag an, fotografierten die Tanne. Einer war Marco de Lasberg: „Ich finde den Baum stark, gefällt mir“, sagte er. Stefanie Steinhauf von der ISG Domviertel freut sich über die Kommentare: „Es ist unglaublich, wie viele Reaktionen dieser Baum jedes Jahr hervorruft.“

Die Geschichte hinter der Geschichte: Abwechselnd schmücken Männer und Frauen der ISG – je nach Geschlecht der Dekorateure wechselt auch die Stimmung des Baumes. In diesem Jahr waren die Frauen – Dagmar Ewert-Kruse, Brigitte Korn und Stefanie Steinhauf – an der Reihe. Und wenn sie als Dekorateure zuschlagen, fällt es immer etwas harmonischer aus. Die „Männerbäume“ sind immer deftiger, manchmal politischer. Bei den Frauen gab es in diesem Jahr schnell eine Einigung. Sie beratschlagten sich vorher, wie der Baum zu schmücken sei. Das habe nur eine halbe Stunde gedauert, sagt Ewert-Kruse.

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