Wesel: Stadtbetriebe stellen Wasserzapfsäulen auf

Wesel : Stadtbetriebe stellen Wasserzapfsäulen auf

Kampf gegen Hitze: Stadtwerke und ASG installieren Standrohre. Daran können sich auch Bürger bedienen, die das Wässern von Straßenbäumen übernehmen. Feuerwehr, THW und Bundeswehr helfen mit. Markt bekommt Wasserbar.

In Wesel arbeiten die Stadtwerke Wesel und der städtische Betrieb ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen) jetzt eng zusammen, um in der aktuellen Hitzeperiode Mensch und Natur zu helfen. Sogenannte Standrohre werden am Montag an bis zu zehn ausgewählten Punkten im Stadtgebiet aufgestellt, damit die ASG-Gärtner schnell und auf kurzem Weg Wasser für Grün und Bäume verteilen können. „Auch die Bürger sind aufgefordert, Bäume zu wässern. Sie können den Standrohren das dafür nötige Wasser kostenfrei entnehmen. Wir freuen uns über Engagement der Bürger in diesen trockenen Zeiten“, sagen Geschäftsführer Franz Michelbrink (Stadtwerke) und Betriebsleiter Ulrich Streich (ASG).

Unterstützt werden die Bemühungen zur Rettung der grünen Lunge Wesels von hochkarätigen Experten. So waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bereits in einigen Stadtteilen im Gießeinsatz. Sie werden dies auch weiterhin tun, sagten die Organisatoren der städtischen Betriebe. Ebenfalls aktiv ist das Technische Hilfswerk (THW). Es kümmert sich besonders um die Gewächse im Raum Flüren. Sogar die Bundeswehr stellt sich in den Dienst der guten Sache. Ab Montag, so Heinz-Georg Oberender vom Betrieb ASG, werde das Militär Kräfte aus der Blumenkamper Schill-Kaserene abstellen. Ihr Einsatzgebiet wird von der Fischertorstraße bis in die Aue reichen. Die Versorgung gelte dabei sicher nicht allein den Bäumen. Auch erreichbare Sträucher sollen vom dringend benötigten Nass natürlich was abbekommen. Oberender bekräftigte in diesem Zusammenhang den Dank an die vielen Weseler Bürger, die in der aktuellen Hochtemperaturphase bereits Srtraßenbäume in ihrer Nachbarschaft mit Wasser versorgt haben.

Auch der Mensch muss viel trinken in diesen Tagen. Deshalb nimmt der Versorger Stadtwerke die in dieser Woche von CDU-Fraktionschef Jürgen Linz öffentlich gemachte Anregung auf und stellt seine Wasserbar an Markttagen auf. „Wir werden Mittwoch und Samstag unsere Trinkwasserbar auf dem Weseler Markt aufstellen und kostenloses Wasser an die Marktbesucher verteilen“, sagt Henning Wagner, Technischer Leiter der Stadtwerke GmbH. Derzeit wird die Wasserbar für den Einsatz vorbereitet. Dieser Prozess brauche eine gewisse Zeit, Sicherheit in Sachen Gesundheit gehe vor.

Die Nachfrage nach Wasser ist immens, wie die Stadtwerke am Freitag mit Zahlen untermauerten. Das Wasserwerk am Rande von Flüren arbeitet auf Hochtouren. Die Zahlen sind beeindruckend: 170 Liter pro Einwohner und Tag verbrauchen die Weseler derzeit – Industrie und Gewerbe sind dabei noch nicht berücksichtigt. Am vergangenen Donnerstag mit bis zu 37 Grad Hitze waren das 59 Prozent mehr als am entsprechenden Sommertag vor einem Jahr (107 Liter je Einwohner). 13.996.000 Liter Wasser haben die Weseler insgesamt am vergangenen Donnerstag verbraucht. Davon zapften Wesels Einwohner – also ohne Gewerbe und Industrie – 9.717.423 Liter ab. Versorgt wurden damit 57.217 Bürger.

So groß ist der Spitzenverbrauch, wenn die Gartenbewässerung der Haushalte in den Abendstunden auf vollen Touren läuft: Zwischen 17 und 20 Uhr fließen bis zu 982.000 Liter stündlich in Gärten und Natur. Der Weseler dreht den Gartenschlauch besonders gerne ab 18 Uhr auf, ab 20 Uhr flaut die Bewässerung rapide ab.

Im Rekordsommer des Jahres 2003 wurden 1.150.000 Liter als Spitze erreicht. So viele Brunnen sind in Betrieb: 1200 Kubikmeter die Stunde können aus den elf Brunnen in Flüren maximal gefördert werden. In zwei Vorratsbehältern stehen 6000 Kubikmeter Wasser für die Versorgung bereit.

Das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Wesel GmbH erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet Wesel. Ausnahmen sind die Ortsteile Bergerfurth, Bislich, Diersfordt und Blumenkamp. Diese werden durch den Wasserversorgungsverband Wittenhorst beliefert.

Linksrheinisch erhalten die Ortsteile Büderich, Ginderich, Perrich und Werrich ebenfalls ihr Trinkwasser von den Weseler Stadtwerke. Die Versorgung für die Haushalte und Betriebe auf der linken Rheinseite erfolgt seit vergleichsweise kurzer Zeit über eine Dükerleitung, die 1985 von der rechten Rheinseite durch den Fluss verlegt wurde.

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