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Wesel: Stadt landet auf Platz zehn bei Fotowettbewerb von NRW-Heimatministerium

Online-Aufruf vom NRW-Heimatministerium : Stadt Wesel landet auf Platz zehn bei Fotowettbewerb

Einen Geldpreis gibt es nicht, dafür aber viel Prestige: Die rekonstruierte Rathausfassade bekommt einen Platz im Kalender für 2022. Dabei waren nach dem Aufruf im Juli nur noch sechs Tage Zeit zum Abstimmen. Wie die Verantwortlichen reagieren.

Schulferien bringen manches aus dem Takt und sorgen für Verzögerungen. Mitten im Sommer fiel im Weseler Rathaus vergleichsweise spät die Entscheidung, sich am Online-Fotowettbewerb „50 Jahre Städte-WOW-Förderung – Wo stehen die schönsten Projekte in Nordrhein-Westfalen?“ zu beteiligen und die Weseler zum Voten zu animieren. „Abstimmen als Geburtsgeschenk“ titelte die RP am 20. Juli und rief die Leser zum Mitwirken auf. Da waren gerade mal noch sechs Tage Zeit für die Stimmabgabe.

Mitten in den Herbstferien, am 14. Oktober, verkündete dann Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Sieger. Am Montag nun reagierte die Stadt. Mit großer Freude. Und das völlig zu Recht. Denn Spätstarter Wesel hat es mit der Rekonstruktion der historischen Rathausfassade am Großen Markt auf Platz zehn geschafft. Ein Geldpreis ist damit zwar nicht verbunden, aber viel Prestige. Denn die ersten zwölf Wettbewerbsbeiträge zieren den Kalender, den das Ministerium für 2022 herausgeben will. Die Aufnahme des Geburtstagskindes kommt gerade recht. Die Fassade ist im September zehn Jahre alt geworden.

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Die Platzierung verdient zweifelsfrei Respekt. Denn mehr als 93 Kommunen hatten sich mit Beiträgen an dem Wettbewerb beteiligt. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp freut sich über das gute Abschneiden. „Unsere historische Rathausfassade ist sowohl städtebaulich als auch gesellschaftlich ein Vorzeigeprojekt“, teilte sie am Montag mit. Dank des bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt Wesel habe die Fassade überhaupt rekonstruiert werden können. „So etwas ist einzigartig und verdient es, gewürdigt zu werden. Zudem ist die Fassade ein bedeutender Ausdruck der Stadtgeschichte“, sagt Westkamp mit Verweis auf die nahezu vollständige Zerstörung Wesels im Zweiten Weltkrieg. Das rekonstruierte Bauwerk ermögliche es den Menschen, sich heute und zukünftig an Wesels Vergangenheit anschaulich zu erinnern.

Auch bei der Bürgerinitiative Historisches Rathaus ist die Freude groß. Laut Vorstandsmitglied Dagmar Ewert-Kruse zeige sich bei dem Fotowettbewerb des Landes deutlich, dass die Menschen Orte lieben, die Wurzeln haben. „Die Rathausrekonstruktion in der ursprünglichen Weseler Stadtmitte gibt dem Großen Markt wieder stadtgestalterische Stärke. Man fühlt die Wirkung, verstärkt durch den Willibrordi-Dom“, sagt Ewert-Kruse mit einem Blick nach vorn und der Erinnerung an einen weiteren Wunsch: Diese Ensemblewirkung bräuchte zum Abschluss noch die Umgestaltung der Häuser an der Nordzeile.

Nachdem es in Städten wie Dresden, Potsdam und Frankfurt gelungen sei, Innenstadtkerne als Ganzes wiedererstehen zu lassen, könne man das vielleicht auch in Wesel noch schaffen. „Möge uns der Platz zehn unter den vielen Kandidaten der Abstimmung daran erinnern, dass es Potential dazu gibt“, sagt Ewert-Kruse.

Insgesamt waren in dem Wettbewerb mehr als 36.800 Stimmen abgegeben worden. Platz eins ging an Recklinghausen mit dem Ruhrfestspielhaus. Es folgten Wuppertal mit der Nordbahntrasse und Siegen mit der städtebaulichen Neugestaltung des Siegufers. Ein Sonderpreis ging an Espelkamp für die Umgestaltung des Grünangers. Die vier Kommunen dürfen sich über ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro freuen.

Ministerin Scharrenbach unterstrich in ihrer Würdigung der Aktion: „Wenn aus einer Idee eine Zeichnung auf dem Papier und aus einer Zeichnung Realität wird und ein neues Stadtgefühl entsteht, dann ist das die Städtebauförderung von Land, Bund und Kommunen.“ Sie mache Brachflächen zu lebendigen Zentren, Plätze zu Treffpunkten und Bauwerke zu Wahrzeichen – und sorge damit seit ihrer ersten Stunde für WOW-Effekte bei den Menschen.

Wann der Kalender des Ministeriums vorliegen und wie er gestaltet sein wird, steht noch nicht fest. Klar sei jedoch, so ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage unserer Redaktion, dass er noch in diesem Jahr zu haben sein wird. Vorsichtig geschätzt Anfang Dezember. Auch das wäre dann spät, aber noch rechtzeitig.