Wesel: SPD für zweite Gesamtschule in Wesel

Wesel : SPD für zweite Gesamtschule, „weil das der Elternwille ist“

Im Herbst wird die Politik zunächst in einer Sondersitzung des Schulausschusses (20. November) und dann in der Sondersitzung des Rates eine Woche später darüber entscheiden, ob im Sommer 2019 eine zweite Gesamtschule in Wesel an den Start geht oder nicht.

Denn die Gesamtschule am Lauerhaas platzt bekanntlich aus allen Nähten. Obwohl sie mittlerweile achtzügig ist, mussten kürzlich 25 Kinder abgewiesen werden, die schließlich von der Konrad-Duden-Realschule aufgenommen wurden. Denn dort wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass sie hier auch ihren Hauptschulabschluss ablegen können. Denn fast alle abgewiesenen Viertklässler hatten eine Hauptschulempfehlung.

Während die CDU tendenziell die Gründung einer Sekundarschule favorisiert, weil diese ohne Oberstufe auskommt und damit keine Konkurrenz zu den bestehenden Oberstufen darstellt, und die FDP laut über ein Bürgerbegehren zur Verhinderung der zweiten Gesamtschule nachdenkt (wir berichteten), gibt es für SPD-Fraktionschef Ludger Hovest keine echte Alternative zur zweiten Gesamtschule. Und zwar, „weil das der Wille der Eltern ist. Und der Elternwille ist das Maß aller Entscheidungen“, betonte er gestern vor Journalisten. Hovest geht davon aus, dass Anfang 2019 nicht nur Eltern von 240 Kindern ihren Nachwuchs an der Gesamtschule anmelden werden, so wie in diesem Jahr, sondern 280.

Kritik an der Gründung einer zweiten Gesamtschule kam bislang vor allem von den beiden Gymnasien, weil diese eine Begrenzung der Zügigkeit fürchten. „Um dem Duden- und dem Vesalius-Gymnasium diese Ängste zu nehmen, wollen wir garantieren, dass es künftig keine Begrenzung der Zügigkeit gibt. Und für die Duden-Realschule möchten wir auch eine Garantie für drei Züge aussprechen“, so Hovest.

Sollte sich im Rat also eine Mehrheit für die Gesamtschullösung finden, würde die zweite Gesamtschule in den Räumen der auslaufenden Realschule Mitte gegründet. Beide könnten dann jeweils fünf oder sechs Züge anbieten. Die Verteilung der Schüler werde, sagt der Fraktionschef, von der Bezirksregierung übernommen. Was aber, wenn eine der beiden Gesamtschulen nicht genügend Schüler für die Oberstufe zusammenbekommen sollte? „Dann“, erklärt Hovest, „würde aus dieser Schule automatisch eine Sekundarschule.“

Dass Wesel womöglich Standort einer von rund 40 oder 50 „Talentschulen“ im Lande werden könnte, schließt Hovest aus. Denn kürzlich hat er NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei einem Vortrag in Herne so verstanden, dass Talentschulen in „sozialen Brennpunkten“ gegründet werden sollen. „Und die gibt es in Wesel nicht.“

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