WEsel: SPD fordert zweite Gesamtschule in Wesel

WESEL: Schulstreit: CDU-Frau greift Hovest (SPD) an

Debatte um zweite Gesamtschule: Daniela Staude, schulpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion übt heftige Kritik am SPD-Fraktionschef für dessen Zügigkeitsgarantie-Versprechen für die beiden Gymnasien und die Realschule.

Eigentlich ist es nicht die Art von Daniela Staude, der schulpolitischen Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, mit der verbalen Keule um sich zu schlagen. Doch die jüngsten Äußerungen von SPD-Fraktionschef Ludger Hovest zum Thema Entwicklung der Schullandschaft haben bei ihr ein Umdenken bewirkt. Dass Hovest den beiden Gymnasien bei Gründung einer zweiten Gesamtschule eine Art Bestandsgarantie geben und auch der Konrad-Duden-Realschule eine dauerhafte Dreizügigkeit versprechen will (wir berichten), ist aus ihrer Sicht unseriös. „Schließlich sind wir hier nicht bei ,Wünsch Dir was’, sondern bei ,So isses’“. Aus ihrer Sicht falle die Art und Weise, wie Ludger Hovest derzeit in der Schuldiskussion agiere, unter die Rubrik „unlautere Augenwischerei“. Denn der Chef der Sozialdemokraten könne nicht durch Absichtserklärungen genehmigungsrechtliche Bestimmungen beeinflussen. Konkret meint sie damit, dass bei der Gründung einer zweiten Gesamtschule als flankierende Maßnahmen nicht nur die Zügigkeit der beiden Gymnasien, sondern auch die der Duden-Realschule reduziert würden. Auch eine Schließung der Realschule stünde dann womöglich zur Debatte – alles nachzulesen in der Vorlage der Verwaltung zur Mai-Sitzung des Schul- und Sportausschusses.

 „Wenn Ludger Hovest behauptet, dass der Rat eine Bestandsgarantie festlegen könne, dann ist das reines Wunschdenken. Papier ist geduldig mit Absichtserklärungen.“ Daniela Staude ist außerdem überzeugt davon, dass Hovest wisse, dass es genügend Menschen in Wesel gebe, die ihm gerne glauben würden: „Doch glauben kann man in der Kirche.“ Zusätzlich kritisiert sie, dass Hovest so tue, als wisse er, was der Elternwille sei: die Gründung einer zweiten Gesamtschule. „Dabei wurden bislang die Eltern der Grundschüler nicht nach ihren Wünschen befragt.“