Wesel: Sanierungsplan für Berliner Tor, Kosten: 245.000 Euro

Kosten: 245.000 Euro : Stadt legt Sanierungsplan für Berliner Tor vor

Das Berliner Tor soll nach Auszug des italienischen Restaurants als Brauereiausschank und museale Ausstellungsfläche genutzt werden. Details der Planung legt die Verwaltung nun vor. 245.000 Euro Kosten werden entstehen.

Die Verwaltung hat für den nächsten Kulturausschuss (16. Mai, 16.30 Uhr, Rathaus) ein Konzept für die künftige Nutzung des Berliner Tors in Wesel vorgelegt. Das Denkmal soll saniert werden, nach dem Auszug des italienischen Restaurants soll das Berliner Tor weiter gastronomisch und für Veranstaltungen genutzt werden. Neue Details sind nun in der Vorlage für den Kulturausschuss einsehbar. Die Stadt will für die Sanierung des Gebäudes auch Förderprogramme nutzen. Das Kulturamt und auch die Hansegilde sind bei den Planungen involviert.

Insbesondere Fragen des Denkmalschutzes sind vor der Sanierung zu klären. „Das Gebäude muss mit Zustimmung des Denkmalschutzes renoviert werden, weil die Jahrzehnte der gastronomischen Nutzung viele Spuren hinterlassen haben“, heißt es im Bericht. Mit Gesamtkosten von 245.000 Euro sei zu rechnen. Für den Erhalt der Gebäudesubstanz werden 122.000 Euro veranschlagt, für Umbauten zu musealen Zwecken sind es 70.000. Ein Punkt lässt aufhorchen. Für die Entfernung der vom ehemaligen Pächter aufgebrachten Putze und Sonderputze sind 53.000 Euro veranschlagt. Bis Herbst 2018 hatte Giuseppe „Pippo“ Ponticello sein Restaurant Bellini im Berliner Tor. Die Toiletten seien in einem „relativ gutem Zustand“, berichtet die Verwaltung. Gastronomie- und Veranstaltungsgäste könnten diese nutzen, eine Barrierefreiheit könne bei einer Sanierung nicht garantiert werden. Laut Bezirksregierung stehe dies einer Förderung aber nicht im Wege.

Zuletzt war im März von der Politik beschlossen worden, eine Außengastronomie des Brauprojekts 777 aus Spellen von Mai bis Oktober 2020 möglich zu machen. Je nach Erfolg soll dieser Vertrag dann verlängert werden. Gleichzeitig war die Stadtverwaltung von der Politik aufgefordert worden, ein Gesamtkonzept zur stadtgeschichtlichen Präsentation rund um die Themen „Hanse und Handel“ mit der Hansegilde und dem Projekt zu erarbeiten. Das passt aus Sicht der Verwaltung gut, weil dort das Einlasstor zur Stadt lag.

Ludwig Maritzen von der Hansegilde ist in die Planung eingebunden. „Wir wollen Geschichte auch an diesem Ort lebendig machen“, sagt Maritzen. „Im Berliner Tor soll in Verbindung mit dem Kulturamt über Handelsstraßen der Hanse und darüber hinaus informiert werden.“ Im Treppenhaus soll ein Zeitstrahl mit wichtigen Daten und Fakten zur Hanse aufgemalt werden. Der Eingangsbereich zu den Toiletten wird mit Informationsmaterial der Stadt Wesel versehen. Zu den Präsentationsräumen hin werden die schon vorhandenen Türelemente aus Holz und Glas wieder eingesetzt und durch einen verschließbaren Teil ergänzt.

Es gebe auch einen Raum, in dem nach Rundgängen ein längerer Vortrag gehalten werden kann. „Der Charakter der Räumlichkeiten soll erhalten bleiben“, sagt Maritzen. Eine Dauerpräsentation soll aus dem Bestand der Kulturverwaltung sowie der Hansegilde eingerichtet werden. „Es ist mit Kosten im vierstelligen Bereich für eine museale Einrichtung zu rechnen, die möglicherweise gefördert werden kann“, sagt die Verwaltung im Bericht. Die Hansegilde will an einigen Wochen im Jahr zum Frühlingsfest, zum Weinfest und zum Hansefest das Berliner Tor öffnen. Für die übrigen Wochenendveranstaltungen wie die verkaufsoffene Sonntage, „Wesel erleben“, Stoff- und Tuchmarkt, „Kultur-Genuss-Kultur“, Kulturnacht sowie die Öffnungszeiten des Brauprojekts sei es wichtig, eine Aufsicht einzustellen, so die Verwaltung. Die Kosten lägen bei jährlich rund 15.000 Euro. Diese Aufsicht könnte dann nicht nur Auskünfte zur Präsentation beantworten, sondern auch Informationen über andere Aktivitäten in der Stadt geben.