Wesel: RVR will in Kiesflächen in Lackhausen und Obrighoven ausweisen

Wesel: Kiesflächen-Auswahl: SPD kritisiert RVR

Die Genossen bemängeln, dass der Regionalverband Ruhr im neuen Regionalplan nicht nur an der Bärenschleuse in Obrighoven eine Kiesabgrabungsfläche ausweisen will, sondern plötzlich auch eine Reservefläche in Lackhausen.

Geht es nach dem Willen der Regionalverbandes Ruhr (RVR) mit Sitz in Essen, dann wird im neuen Regionalplan (früher Gebietsentwicklungsplan) nicht nur eine gewaltige Auskiesungsfläche in Obrighoven östlich des Isselkanals nahe der Bärenschleuse (50 bis 60 Hektar) ausgewiesen, sondern auch eine 110 Hektar große Reservefläche im Außenbereich von Lackhausen (Molkereiweg/Brüner Landstraße). Um diese Planung möglichst im Keim zu ersticken, will die SPD in den nächsten Wochen Kontakt mit den anderen im Rat vertretenen Fraktionen aufnehmen, um sich gegen gegen die RVR-Ideen zu positionieren. Dass sie dort Mitstreiter finden, davon ist Fraktionschef Ludger Hovest überzeugt.

Zusammen mit seinen Parteifreunden Norbert Meesters (Ex-Landtagsabgeordneter und mit dem Thema Kies seit Jahren vertraut) und dem für Lackhausen zuständigen Ratsmitglied Holger Sypchalski machte Hovest am Montag vor Journalisten deutlich, wie enttäuscht man vom sogenannten RVR-Erarbeitungsbeschluss sei, den man mittlerweile auch im Internet finden könne – wenn auch nur mit größten Schwierigkeiten.

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„Wenn wir uns nicht jetzt gegen das Abgrabungsgebiet Bärenschleuse und die Reservefläche Lackhausen wehren und alles abnicken, wird der Regionalplan rechtskräftig. Und in zwei bis drei Jahren könnte dann bereits an der Bärenschleuse ausgekiest werden“, so Hovest. Wobei er sofort einräumt, dass die Kiesindustrie keinerlei Interesse an diesen Gebieten habe, sondern vielmehr die bestehenden Abgrabungsflächen in Büderich (Pettenkaul, im Umfeld des Fernsehturms) um 75 Hektar und in Vahnum (Bislich) um 120 Hektar (Stichwort: neuer Deich) erweitern wolle. Aber genau diese Bereiche sind nicht im Erarbeitungsbeschluss enthalten. Weil das alles mit „gesundem Menschenverstand“ (Hovest) nicht zu begreifen ist, hat der SPD-Chef für das Verhalten des verantwortlichen RVR-Planungschefs Martin Tönnes nur eine Erklärung: „Es geht ihm einzig und alleine darum, den Kiesabbau in der Region zu verhindern. Herr Tönnes verfolgt eine Chaosstrategie mit dem Ziel, Bürger, Kommunen und die Kiesindustrie gegeneinander aufzubringen.“

Ende des Jahres wird der Weseler Rat voraussichtlich über die Angelegenheit beraten und anschließend das erwartete Votum nach Essen bringen. „Wichtig ist, dass wir uns Verbündete beim RVR und beim Land suchen und für persönliche Betroffenheit sorgen“, sagt Hovest.Würden Vahnum und Pettenkaul nachträglich in den Regionalplan eingebaut, könnte das auch alle anderen Kommunen im Kreis Wesel entlasten, betont er. „Dann könnten andere Flächen verschont werden, zum Beispiel in Kamp-Lintfort. Denn bei uns in Wesel gibt es bereits die Infrastruktur und die Flächen sind verfügbar.“ Dass Wesel die Kiesindustrie unterstützt, weil durch Abgrabungen „Mehrwert“ entstanden sei (Auesee, Diersfordter Waldsee, Lippemündungsraum) möchte Ludger Hovest nicht unerwähnt lassen.