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Wesel: Randalierer verletzen Rettungskräfte

Kreis Wesel : Randalierer attackieren Polizisten nach Schützenfest

Rettungskräfte und Polizeibeamte werden immer öfter bei der Ausübung ihres Dienstes durch alkoholisierte Randalierer bedroht und verletzt.

Alleine am vergangenen Wochenende berichtete die Kreispolizeibehörde von Fällen in Wesel, Rheinberg und Kamp-Lintfort.

Rheinberg In der Nacht von Samstag auf Sonntag randalierten gegen Mitternacht drei Männer aus Weilerswist (Kreis Euskirchen) auf dem Schützenfest vor der Stadthalle. Als die erheblich alkoholisierten Randalierer (22 bis 49 Jahre) von Einheimischen gebeten wurden, die Örtlichkeit zu verlassen, kam es zu einer Schlägerei. Fünf Personen verletzten sich leicht. Polizeibeamte mussten die Gruppe trennen. Hierbei leistete ein Mann aus Weilerswist (22) Widerstand und verletzte einen Polizeibeamten (42) leicht. Außerdem wurde die Armbanduhr eines Polizisten beschädigt. Die Männer aus Weilerswist wurden in Gewahrsam genommen. Auf sie wartet ein Strafverfahren.

Wesel Am Samstagabend hatte ein Weseler im Heubergpark die Besatzung eines Rettungswagens der Feuerwehr angegriffen. Die war zu der Grünanlage gefahren, weil der 36-Jährige dort von einer Parkbank gefallen war. Er stand nach Angaben der Polizei unter Einfluss von Alkohol und Drogen. Ein Brandmeister (23) wurde durch einen Tritt am Bein leicht verletzt.

Kamp-Lintfort Am Sonntag gegen 4 Uhr randalierte ein 21-Jähriger an der Friedrichstraße. Zuvor hatte er den Inhaber eines Bistros (54) angegriffen und zwei Gäste beleidigt. Polizeibeamte fixierten und fesselten den stark Alkoholisierten und nahmen ihn zur Ausnüchterung in Gewahrsam. Auf dem Weg zur Wache leistete der junge Mann erheblichen Widerstand und versuchte das Reizstoffsprühgerät eines Beamten zu greifen. Auch in der Wache beruhigte sich der Wüterich nicht, trat und schlug wiederholt nach dem Beamten. Er verletze zwei Polizisten (42 und 27 Jahre).

Rund 100 Fälle von Widerständen gegen Beamte tauchen pro Jahr in der Statistik der Kreispolizeibehörde auf. Alleine in den ersten sechs Monaten 2018 waren es um die 70, teilte gestern eine Polizeisprecherin auf Anfrage mit. Natürlich sei jede Tat eine zu viel. Allerdings würden die Beamten geschult und wüssten, wie man sich gegen Angreifer wehren könne. Schlimmer seien die Fälle, wo Feuerwehrkräfte beschimpft und in Einzelfällen körperlich attackiert würden. Diese Auffassung vertritt auch Thomas Verbeet, Chef der Weseler Feuerwehr. „Zwar haben wir hier noch nicht die Verhältnisse wie zum Teil im Ruhrgebiet, wo Rettungskräfte angepöbelt werden. Hier sind wir meist die Guten, die nur helfen wollen. Aber mittlerweile mischen sich immer öfter Passanten, oft unter Alkoholeinfluss, ein und fordern die Einsatzkräfte auf, schneller zu arbeiten.“